Do., 28.09.2017

Kaufleute von der Windthorststraße haben Pläne „Wir gehören auch zur Stadt“

Es gibt viele Ideen für die „mittlere Windthorststraße“ zwischen Promenade und Stubengasse. Kaufleute wie Wolfgang Nietan (v.l.), Andrea Wommelsdorf, Gerlinde Harink-Salamon und Jürgen Salamon meinen, dass auch mit kleinen Dingen wie die Fotoausstellung einiges erreicht werden kann.

Es gibt viele Ideen für die „mittlere Windthorststraße“ zwischen Promenade und Stubengasse. Kaufleute wie (v.l.) Wolfgang Nietan, Andrea Wommelsdorf, Gerlinde Harink-Salamon und Jürgen Salamon meinen, dass auch mit kleinen Dingen wie die Fotoausstellung einiges erreicht werden kann. Foto: gh

Münster - 

Die „mittlere Windthorststraße“ zwischen Promenade und Stubengasse glänzt durch inhabergeführte Betriebe. Die Kaufleute haben viele Ideen.

Von Gabriele Hillmoth

Kaufleute von der Windthorststraße möchten kein Klagelied anstimmen, aber sie möchten als inhabergeführte Geschäfte in Münster wahrgenommen werden, sagt Wolfgang Nietan von der Galerie „feine art“. Die Stadt, so die Kaufleute zwischen Promenade und Stubengasse, müsse mehr für B- und C-Lagen in Münster tun, bei Genehmigungen mit Blick auf die Altstadtsatzung die Kirche im Dorf lassen und im Zeitalter des Onlinehandels eine bessere Aufenthalts- und Erlebnisqualität in der Stadt schaffen.

„Wir haben andere Interessen und andere Probleme als die großen Geschäfte“, sagt Wolfgang Nietan. Er betreibt die Galerie „feine art“ und zählt zu den „Individualisten“, die die „mittlere“ Windthorststraße – zwischen Promenade und Stubengasse – prägen. Die Kaufleute haben sich jetzt zusammengeschlossen. Sie freuen sich, dass der Hauptbahnhof wieder geöffnet hat. Mit diesem Tag kehrten die alten Kundenströme zurück, sagt Nietan. Geht es nach Jürgen Salamon, der mit Ehefrau Gerlinde Harink-Salamon ein Fachgeschäft unter anderem für Kalender und Karten betreibt, könnte die Skulpturen-Ausstellung jedes Jahr sattfinden. Salamons verzeichneten eine spürbare Belebung. Die Skulpturen brachten die Kaufleute auf die Idee, eine Fotoausstellung an der Fassade der benachbarten Raphaelsklinik durchzuführen. „Diese Aktion ist ein Anfang und nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Nietan.

Was die Betreiber der inhabergeführten Geschäfte erreichen möchten, ist mehr Aufenthaltsqualität auf ihrem Straßenzug. Die Kundenströme sollen gebremst werden. „Wir haben das Gefühl, hier ist eine Rennstrecke in die Stadt“, beobachtet Jürgen Salamon. Andrea Wommelsdorf bezeichnet die Fotoausstellung darum auch als Maßnahme zur Entschleunigung. „Der Weg ist das Ziel.“ Bis Mittwoch (4. Oktober) zeigt die Kaufmannschaft noch die aktuellen Fotos der Skulptur-Projekte 2017.

Die Betreiber der inhabergeführten Geschäfte möchten ihre Interessen aber auch in der Stadt besser vertreten wissen. Sprecher Wolfgang Nietan sitzt darum mit am „Runden Tisch“ der Kaufmannschaft. Anders als die „G 7“, womit große Betriebe wie Karstadt, Galeria Kaufhof, C & A und Appelrath gemeint sind, hätten sie als kleine Geschäfte andere Sorgen. Die steigenden Mietkosten seien nur eines der Themen.

Größter Anstrengungen bedürfe es, um zu überleben. Verständnis für die Altstadtsatzung aufzubringen, das falle in diesem Zusammenhang manchmal schwer, sagt Nietan. Er regt an, die Satzung von 2004 zu überdenken, die seiner Meinung nach viele Blüten treiben würde. Auch Nietan bekam die Fesseln der Satzung zu spüren. Als er vor zwei Jahren sein Ladenlokal bezog, durfte bis zur offiziellen Genehmigung der Werbetafel selbst für kurze Zeit keine Folie überkleben. Die Satzung treibt noch mehr Blüten.

Viel Beifall seitens der Kaufmannschaft bekommt der Maxi-Sand auf dem Harsewinkelplatz. Der Riesen-Sandkasten soll aber nur zwei Jahre bleiben. „Das hat die Ecke an den Kirschen richtig schön belebt“, sagt Nietan. Er bedauert nur, dass sie zur Eröffnung ihren Eiswagen nicht auffahren durften. Die Stadt habe abgewinkt: „Keine kommerzielle Nutzung.“ Kaum aber wurde der Sand wieder abgefahren, werde der Platz wieder zugeparkt und zugemüllt.

Jetzt tragen sich die Kaufleute mit einer Weihnachtsmarktidee mit ausschließlich regionalen Ausstellern für den Harsewinkelplatz. „Wir wollen was unternehmen“, sagt Gerlinde Harink-Salamon,

Die Wunschliste ist noch länger. Die Kaufleute möchten zur Innenstadt dazu gehören. Ihnen schwebt darum eine Pflasterung vor, die auch optisch die Zusammengehörigkeit und die Bummelallee unterstreicht.

Enttäuscht ist die Kaufmannschaft von den Plänen, die Windthorststraße umzuplanen. Planer hätten ihre Vorstellungen vorgestellt, Preisgelder seien geflossen. Bis heute sei nichts passiert. Dabei, so die Kaufleute, könnten schon kleine Dingen wie Spielgeräte und Blumen etwas bewirken.



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