Fr., 29.09.2017

Rikscha-Service in Münster Per Hilfsmotor in die Zukunft

Viele Gäste von Florian Voß möchten die weiten Strecken zwischen den Skulpturen nicht mehr selber laufen oder nicht selber in die Pedale treten – wie diese beiden italienischen Damen.

Viele Gäste von Florian Voß möchten die weiten Strecken zwischen den Skulpturen nicht mehr selber laufen oder nicht selber in die Pedale treten – wie diese beiden italienischen Damen. Foto: Joel Hunold

Münster - 

In der ganzen Stadt ist der Münsteraner Florian Voß mit seinem Rikscha-Service unterwegs. Doch die Räder sind für den Kaufmann nicht bloß zweirädrige Taxis, sondern ein Ausblick auf die zukünftige Mobilität.

Von Joel Hunold

Florian Voß begrüßt seine Gäste, zwei Damen einer italienischen Reisegruppe und hilft ihnen beim Einsteigen in seine Rikscha. Dann beginnt die Rundtour zu den Skulptur-Projekten, die Voß mehrmals wöchentlich fährt. Für manche dient der 29-Jährige lediglich als radelndes Taxi. „Andere wollen alles über die Skulpturen wissen“, erzählt er. Daneben bietet er auch Hochzeits- oder Geburtstagsfahrten in seiner Rikscha an.

Idee entstand vor zehn Jahren

Fahrräder und Rikschas haben nach Meinung von Florian Voß ein enormes Potenzial in Münster. „Sie passen großartig zur Stadt.“ Schon vor zehn Jahren, während der letzten Skulptur-Projekte, kam ihm die Idee zu seinem Rikscha-Service. Vor knapp drei Jahren hat er dann beim Kurznachrichtendienst Twitter eine günstige Rikscha entdeckt – und zugeschlagen.

Seine Rikschas, sagt Voß, könne er durch Aufsätze flexibel umbauen und einsetzen, beispielsweise als Werbefahrräder. Diese erhielten unter anderem in der Innenstadt, wo sonst keine großflächige Werbung erlaubt ist, viel Aufmerksamkeit. „Ich will mich aber nicht aufdrängen, sondern diese Möglichkeit mit einem guten Zweck verbinden“, erläutert der gelernte Kaufmann und nennt als Beispiele Werbung für das Promi-Kellnern der Krebsberatungsstelle oder für den SC Preußen Münster.

Überzeugen und zeigen, was alles möglich ist

Durch sein Projekt möchte er die Münsteraner vom Verkehrsmittel Fahrrad überzeugen und zeigen, was alles möglich ist. Besonders durch moderne Technik: „Meine Rikschas sind mit einem Hilfsmotor ausgestattet“, gibt Florian Voß zu und erzählt, dass Gäste oft ein schlechtes Gewissen haben, bis er ihnen vom Motor erzählt.

Mit Blick auf die Mobilität der Zukunft ist Voß optimistisch: „Ich bin mir sicher, dass wir bald mehr Lastenräder sehen werden. Durch die Hilfsmotoren wird alles viel leichter.“ Optimal wären für ihn günstige Fahrräder, die man durch verschiedene Aufsätze verändern und an das eigene Leben anpassen kann. Genau wie seine Rikschas. „Ich finde es cool, dass wir uns mit dem Fahrrad verändern können“, sagt er.



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