Fr., 29.09.2017

Umstrittener Handel mit Somalia Angeklagter sagt vor Amtsgericht aus: „Wir sind keine Söldner“

 

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Münster - 

Unerwartet hat am zweiten Tag im Prozess um Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz vor dem Amtsgericht ein ehemalige Mitinhaber des Sicherheitsunternehmens „Asgaard German Security Group“ ausgesagt. Beim Auftakt hatte er dies verweigert.

Von Klaus Möllers

Dem Ex-Unteroffizier (46) der Reserve und seinem früheren Geschäftsführer aus Münster (47) wird vorgeworfen, dass sie 2009 und 2010 Reservisten der Bundeswehr für eine Einsatztruppe im vom Bürgerkrieg geprägten Somalia rekrutieren und Waffen dorthin einführen wollten, obwohl das afrikanische Land mit einem Embargo belegt war.

Laut dem Ahlener sei die Idee einer Sicherheitsgruppe „für Botschaften, für die Regierung und militärisches Training“ nach einem Treffen mit dem Auftraggeber in einem Frankfurter Hotel bereits fraglich gewesen. Der Somalier habe sich als zukünftiger Präsident seines Heimatlandes vorgestellt.

„Wir hätten erst einmal eine Sicherheitsanalyse erstellen müssen“, sagte der Angeklagte. Es hätten Fragen geklärt werden müssen, ob der deutsche Staat einverstanden gewesen wäre. „Wir sind keine Söldner. Wir machen alles legal“, so der 46-Jährige.

Kein Mitarbeiter in Somalia

Der Münsteraner hatte beim Prozessauftakt ebenfalls betont, dass die Pläne nie über eine Abrede über eine „Sicherheitsanalyse“ hinausgegangen seien. Und die sei nicht erstellt worden. Auch sei kein Geld geflossen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass tatsächlich nie jemand von der Firma „Asgaard“ oder ein rekrutierter „Mitarbeiter“ in Somalia war. Dafür standen offenbar nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung.

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Der Ahlener sagte, dass sein Kollege aus Münster Behörden, darunter das Auswärtige Amt und den Bundesnachrichtendienst, kontaktiert habe, um mehr über die Lage in Somalia zu erfahren und ob der Auftraggeber Präsident werden könnte.



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