Fr., 29.09.2017

Absichtserklärung Wo Münster und Enschede enger zusammenarbeiten wollen

Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen (l.) und sein münsterischer Amtskollege Markus Lewe unterzeichnete im Stadion des FC Twente Enschede die Absichtserklärung. Euregio-Geschäftsführerin Elisabeth Schwenzow schaute zu.

Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen (l.) und sein münsterischer Amtskollege Markus Lewe unterzeichnete im Stadion des FC Twente Enschede die Absichtserklärung. Euregio-Geschäftsführerin Elisabeth Schwenzow schaute zu. Foto: Martin Borck

Enschede - 

Enschede und Münster legen einen Zahn zu. Die Zusammenarbeit der beiden Städte soll aus dem Stadium von Unverbindlichkeiten heraustreten. Das bekräftigten die Bürgermeister der beiden Städte am Donnerstag mit ihren Unterschriften unter einen „Letter of Intent“.

Von Martin Borck und Klaus Baumeister

Auch wenn das Wort „Absichtserklärung“ noch sehr vage anmutet, werden in dem fünfseitigen Schreiben doch konkrete Ziele vereinbart. Und was noch wichtiger ist: Es werden Verantwortliche benannt. In beiden Städten hat je ein Dezernent oder der Bürgermeister die Federführung für die Projekte.

Münster und Enschede kooperieren schon seit Jahrzehnten eng miteinander. „Unsere Vision ist es, dass diese Region als einheitlicher Lebens- und Wirtschaftsraum wahrgenommen wird“, sagte Münsters Bürgermeister Markus Lewe. Ein gemeinsamer Arbeitsmarkt, die gegenseitige Anerkennung von Berufsabschlüssen, der Austausch von Verwaltungsmitarbeitern, eine gemeinsame Ausschreibungsplattform, Erreichbarkeit, Sicherheit, Klimaschutz, Bildung, Kultur und Städtewerbung sind Bereiche, in denen die Partner noch näher zusammenkommen wollen. Langfristiges Ziel ist eine grenzüberschreitende Städteregion. „Ein großer Gedanke, den wir in kleinen Schritten umsetzen wollen“, sagte Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen.

Wirtschaftliche Vorteile

„Es geht darum, die Menschen zu begeistern und die Grenze aus den Köpfen zu radieren“, so Lewe. „Das setzt Vertrauen voraus, aber das sehe ich als gegeben an.“ Vorteil sei, dass sich die Mentalitäten der Münsterländer und der „Tukker“, wie sich die Bewohner der Region Twente nennen, ähneln.

Die Städte versprechen sich zudem wirtschaftliche Vorteile von der Zusammenarbeit.

Im Frühjahr hatten die beiden Bürgermeister für zwei Tage ihren Arbeitsplatz getauscht. „Eine anarchische Aktion, auf die ich in ganz Deutschland angesprochen worden bin“, so Lewe. Dieser Seitenwechsel soll als Vorbild für Bürger, Unternehmen, Vereine und Institutionen dienen.

Beteiligung an Müllverbrennungsanlage 

Die Euregio hat den beiden Städten Unterstützung zugesagt, zumal etliche Projekte in bestehende oder künftige Interreg-Projekte eingebettet werden können oder es schon sind, wie beim regionalen Schienenverkehr oder beim Güterkorridor. Außerdem wird die Vernetzung des Flugverkehrs im Vordergrund stehen.

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Zu den Zielen bei der Zusammenarbeit gehört auch eine Beteiligung der Stadt Münster an der Müllverbrennungsanlage der Firma Twence in Hengelo. Neben zahlreichen anderen niederländischen Städten gehört auch Enschede zu den Gesellschaftern von Twence. Bereits jetzt werden große Mengen Restmüll, zuvor in Coerde sortiert, von Münster nach Hengelo transportiert und dort verbrannt.

Die Konkurrenzsituation zwischen den Betreibern von Müllverbrennungsanlagen ist sehr hart – auch über die Grenze hinweg.



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