Fr., 29.09.2017

Deutschlands bester Doppelkopfspieler kommt aus Münster Michael Lehmann zieht den größten Trumpf

Michael Lehmann  ist ein Ass. Der Münsteraner hat die Deutsche Einzelmeisterschaft im Doppelkopf gewonnen und freut sich über Pokal und Siegprämie.

Michael Lehmann  ist ein Ass. Der Münsteraner hat die Deutsche Einzelmeisterschaft im Doppelkopf gewonnen und freut sich über Pokal und Siegprämie. Foto: gh

Münster - 

Michael Lehmann hat die Deutsche Einzelmeisterschaft im Doppelkopf gewonnen. Der 52-Jährige spielt seit 40 Jahren.

Von Gabriele Hillmoth

Re vorab, schwarz, keine Neun – Michael Lehmann aus Münster hat beim Doppelkopfturnier in Bonn seine Gegner ausgezählt und den höchsten Trumpf gezogen. Normalerweise ist die Dulle, die Spielkarte Herz-Zehn, die Karte schlechthin beim Doppelkopf. Für den Spieler ist der Besitz der Dulle schon die halbe Gewinner-Miete. Michael Lehmann lächelt, denn der 52-Jährige hält jetzt einen noch größeren Trumpf in den Händen: Er hat die deutsche Einzelmeisterschaft 2017 des Deutschen Doppelkopf-Verbandes für sich entschieden.

Mit 212 Punkten sicherte sich der erfahrene Doko-Spieler aus Münster beim Wettkampf in Bonn einen deutlichen Vorsprung. Glückwünsche gab es von den Vereinskollegen vom Doppelkopf-Club Münster (DCM), wo Michael Lehmann seit der Gründung des Vereins im Jahre 2005 mitspielt. Sie gönnen ihm den Triumph, ein feiner Zug.

Doppelkopf oder Doppelkopp, wie es in Westfalen gern heißt, spielt der Softwareentwickler aus Münster aber schon seit seinem zwölften Lebensjahr. Damals, erinnert er sich, habe er im Hittorf-Gymnasium eine Ehrenrunde gedreht. In seiner neuen Klasse traf er auf die Spezies, die ihm das Doko-Spiel beigebracht haben. Ob ein Solospiel, Re oder Kontra angesagt werden, das Karlchen (Bube) am Ende zählt oder der Fuchs (Karo-Ass) gefangen wird – Michael Lehmann ist ein Doko-Fuchs und kennt alle Regeln. Dabei, sagt er, hat allein im Münsterland jedes Dorf seine eigenen Regeln. Er allein, behauptet Lehmann, würde schon mindestens 15 verschiedene kennen. Eine davon, erklärt der 52-Jährige, heißt „Genscher“. In diesem Fall besitzt ein Spieler beide Pik-Damen und darf sich während der laufenden Runde seinen Mitspieler aussuchen.

Für Michael Lehmann galt auch jetzt bei der Meisterschaft – wie bei allen zehn bis zwölf Turnieren, die er jährlich besucht – das offizielle Regelwerk des Deutschen Doppelkopf-Verbandes (DDV), dem bundesweit rund 1500 Mitglieder angehören. Anders als bei vielen Privatrunden, die auch die Neuner-Karten einbeziehen, spielen die „Profis“ mit nur 40 Karten Doppelkopf.

Michael Lehmann steht jetzt in seiner Doko-Karriere aber auch nicht zum ersten Mal auf dem Siegertreppchen. Vier Wochen lang führte der Münsteraner im vergangenen Jahr die Rangliste der etwa 200 aktiven Dokospieler des Verbandes an.

Momentan legt sich Lehmanns Heimatclub in Münster mächtig in die Karten, um in die Bundesliga aufzusteigen. Auch dabei mischt der Meister mit. „Wir treffen uns mindestens alle zwei Wochen, besser noch jede Woche.“ Alles sei Übungssache – und Glücksache, so Lehmann. Das Glück stand ihm in Bonn anscheinend zur Seite. Acht Runden mit jeweils 24 Spielen galt es zu überstehen, dabei lag der Münsteraner nach sechs Runden noch im Mittelfeld. Aber nicht nur das Doppelkopfspiel ist Lehmanns Leidenschaft. Neben dem Tanzsport trifft er sich regelmäßig mit Freunden zu Brettspielen.



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