Sa., 30.09.2017

Skulptur Projekte Handel und Gastronomie ziehen Bilanz

Skulptur Projekte: Handel und Gastronomie ziehen Bilanz

Foto: Martin Kalitschke

Münster - 

Gastronomie und Einzelhandel am Hafen und in der Innenstadt erlebten in den vergangenen Wochen einen großen Ansturm. Die Renner unter den Souvenirangeboten waren vor allem Sattelbezüge fürs Fahrrad und Regenponchos in kleinen Aaseekugeln verpackt.

Von Gabriele Hillmoth

Die Skulptur-Projekte 2017 enden am Sonntag. Die Stadt erlebte einen riesigen Besucheransturm. In Gastronomiebetrieben am Hafen und in der Innenstadt war zeitweise kein Tisch mehr zu bekommen. Markus Geßler, der das Restaurant Lux im LWL-Landesmuseum betreibt, erinnerte der Andrang an die Vorweihnachtszeit.

Viele Besucher wollten Kunst sehen und sich dabei auch kulinarische Angebote der westfälischen Küche auf der Zunge zergehen lassen. Im Mövenpick waren die eisige Aaseekugel als Dessert und eine Kirschsäule als Vorspeise beliebt.

Neben der Gastronomie ist aber auch der Handel zufrieden, der sich teilweise mit Souvenirs auf den Kultur-Sommer eingestellt hatte. Kunden aus aller Welt seien bei ihnen hereinspaziert, freut sich Jürgen Salamon von der Windthorststraße. Vor allem Ansichtskarten seien gekauft worden. Teilweise hätten sie sich mit Händen und Füßen verständigen müssen. Zwei Asiatinnen, die kein Wort Englisch sprechen konnten, bedankten sich überraschend mit dem deutschen Wort „schön“. Amerikaner hätten sich zunächst für ihren Präsidenten entschuldigt und dann erst einen Blick auf Burgen und Schlösser geworfen.

Fotostrecke: Top und Flops der Skulpturen-Souvenirs

Andreas Wommelsorf verkaufte Skulptur-Besuchern aus der Schweiz eine Decke. Jetzt bekam die Münsteranerin Post mit einer Einladung ins Alpenland. Dänen, die die Skulpturen in Münster sehen wollten, sahen sich auch in der Galerie von Wolfgang Nietan um. Diese Gäste reisten noch ein zweites Mal an, um ein Bild bei Nietan zu kaufen.

Ulrike Edelbruch von den Münster-Souvenirs an der Heinrich-Brüning-Straße hatte keine Vorstellungen, was im Kunst-Sommer auf sie zukommen würde. „Bei uns wurde querbeet Münster mitgenommen“, zieht sie Bilanz. Mit ihrer Einschätzung, dass der Regenponcho in einer Aaseekugel der Renner sein würde, lag sie goldrichtig. Ein Flop war dagegen ein Liegestuhl, den die Souvenir-Spezialisten vorsichtshalber nur in kleiner Stückzahl bestellt hatten. Zigmal hätten sie dagegen Kirschen aus dem Schaufenster verkaufen können. „Viel gefragt, aber sie waren nur unsere Deko.“

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Mehr Fotoarbeiten als sonst im Sommer verzeichnete Jana Toschka vom Geschäft „Ringfoto“ am Prinzipalmarkt. Oft seien Skulpturen auf den Bildern gewesen.

Insgesamt 15 Mal verzeichnete Andreas Weitkamp ein volles Haus in der Giebel-Bar seines Modehauses am Prinzipalmarkt. Von dort aus starteten die Gäste zu geführten Skulptur-Ausflügen. Top gelaufen sei aber auch eine spezielle Einkaufstüte, die die Kaufmannschaft vom Prinzipalmarkt und darüber hinaus anlässlich der Skulptur-Projekte mit Motiven von Sany anfertigen ließ. Die Tüten waren schnell vergriffen.

Fotostrecke: Diese Skulpturen bleiben auf keinen Fall in Münster

Der Picknick-Rucksack in der Butterhandlung Holstein sei meistens von Münsteranern gekauft worden, berichtet Sophie Helmrich.

Susanne Müller von „Hut.de“ versorgte vor allem asiatische Besucher mit Strohhüten und leichten Kappen. Katja Pflüger vom Luftschloss verzeichnete einen Ansturm auf Sattelbezüge für Fahrräder. Vor allem Besucher aus Fernost flogen auf die tierischen Souvenirs. „Wobei das Ziegenmotiv unglaublich oft gekauft wurde.“

Veranstaltungen zum Finale

Zum Ende der Skulptur-Projekte ist der Veranstaltungskalender noch mal voll. am Samstag (30.9., 18 Uhr) findet im Foyer des LWL-Landesmuseums, Domplatz 10, eine Diskussion mit dem kuratorischen Team und Gästen aus Kunst und Wissenschaft statt. Um 20 Uhr schließt sich die Abschlussparty mit DJ Klara Sound im Foyer und Patio des Museums an.

Ebenfalls am Samstag (30.9., 15 Uhr) reflektieren Regisseurin Monika Gintersdorfer und Künstler Knut Klaßen im Gespräch mit Kuratorin Britta Peters über ihr Performance-Projekt als neues Theaterformat im Theater im Pumpenhaus. Dort findet auch das Gespräch statt. Am Sonntag (1.10., 11 Uhr) laden das Team um Xavier Le Roy und Scarlet Yu zu einem letzten Workshop unter dem Titel „Make it Public“. Um 14.30 Uhr schließt sich eine Diskussion dazu an – beides im Krameramtshaus, Alter Steinweg.

Gintersdorfer/Klaßen zeigen zudem am Samstag und Sonntag um 14 und 17 Uhr eine Performance im Pumpenhaus. Alexandra Pirici performt an beiden Tagen von 14-17 und 18-21 Uhr im Historischen Friedenssaal. Die Grandtour startet letztmalig am Samstag (15 Uhr) und Sonntag (12 und 15 Uhr) vom Pumpenhaus. Der kostenfreie Shuttlebus nach Marl fährt am Sonntag um 10 Uhr am Aegidiimarkt ab. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.



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