So., 01.10.2017

Ingo Zamperoni stellte in Münster seine Amerika-Erfahrungen vor Berichte aus einem so anderen Land

Ingo Zamperoni stellte sein Amerika-Buch vor.

Ingo Zamperoni stellte sein Amerika-Buch vor. Foto: Zinkant

Münster - 

Ingo Zamperoni weiß, dass sein Werk wenig überrascht. „Ein Amerika-Korrespondent schreibt ’n Buch über Amerika – ein Klassiker“, lächelt der Tagesthemen-Mann zu Anfang. Und bestellt Grüße von den Kolleginnen Judith Rakers und Pinar Atalay, die ihre ersten Berufserfahrungen in Münster sammelten. Mit smartem Charme gewann er am Freitag mühelos sein Publikum im Bürgerhaus Kinderhaus, wo er auf Einladung der Agentur Weverinck sein Buch „Fremdes Land Amerika“ vorstellte.

Von unseremMitarbeiterArndt Zinkant

Natürlich kreiste ein großer Teil des Abends um das Phänomen Donald Trump, das Zamperoni leider nicht ur-journalistisch anging (etwa durch ein scharfes Porträt eines Trump-Wählers). Stattdessen schlüpfte er in die Rolle des Welterklärers, zitierte diverse Professoren und Studien. Heraus kam das bekannte Narrativ vom „hasserfüllten“ weißen Trump-Anhänger, der sich die gute alte Zeit zurückwünsche und genervt reagiere, wenn bei einer Telefonansage auch eine Taste für „Spanisch“ zu drücken sei. Das mag zutreffen, aber dafür muss man kein USA-Korrespondent sein. Das lässt sich von jedem Computer aus anlesen.

Besser waren die Passagen, wo der ARD-Mann „sein“ Amerika anhand persönlicher Erlebnisse erfahrbar machte. Zum Beispiel die Schule seiner Kinder, wo durch eine fidele Versteigerungs-Aktion beachtliche Gelder der Eltern gesammelt wurden. Deutschland verlasse sich meist auf den Staat – Amerika packe selber an. Gemäß John F. Kennedys berühmtem Zitat: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage, was du für dein Land tun kannst.“

Apropos Kennedy: Als in der Frage-Runde der aktuelle Konflikt mit Nordkorea aufkam, verwies Zamperoni auf die Kubakrise 1962, als das Kräfte-Messen mit den Sowjets die Welt an den Rand des Dritten Weltkriegs rückte. Man sieht: Vieles ist vertrauter, als man denkt. Den Hoffnungen auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump erteilte der Amerika-Kenner am Ende eine klare Absage.



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