So., 01.10.2017

Bundessieger beim Preisträger-Konzert Jugendlicher Blick auf die Klassik

Vereinte Preisträger: (v.l.) Ana Mazaeva, Clara Isabella Siegle, Philipp Hubert, Marvin Pecher, Felicitas Frücht, Estelle Demetria Weber, Samuel A. Weilacher, Leo Esselson, Prof. Ulrich Rademacher, Dr. Michael Breugst (WDR)

Vereinte Preisträger: (v.l.) Ana Mazaeva, Clara Isabella Siegle, Philipp Hubert, Marvin Pecher, Felicitas Frücht, Estelle Demetria Weber, Samuel A. Weilacher, Leo Esselson, Prof. Ulrich Rademacher, Dr. Michael Breugst (WDR) Foto: Moseler

Münster - 

29 Musikerinnen und Musiker, alle Bundespreisträger „Jugend musiziert“, hatten sich um den „WDR 3 Klassikpreis der Stadt Münster“ beworben, die Sieger, vier Pianisten und die vier Mitglieder eines Streichquartetts, gaben als Preisträgerkonzert eine Matinee im Konzertsaal der Musikhochschule. „Wir feiern heute den Blick der Jugend auf unsere Klassiker“, so die Losung von Prof. Ulrich Rademacher.

Von Günter Moseler

Ana Mazaeva (18) deutete die Sternbilder der Klaviersonate Es-Dur op.27, 1 von Ludwig van Beethoven mit direktem Zugriff, opulentem Klang und gewisser Reserve im tückischen Schlusssatz. Die Mechanik des rechten Pedals wirkte dabei wie ein Souffleur, dem die Kunst des klammheimlichen Zurufs abgeht: Es polterte bei jedem Tritt fröhlich mit.

Kerzengerade saß der 14-jährige Philipp Hubert vor dem Flügel, schon sein Habitus demonstrierte, was es heißt, ein klassisches Meisterwerk zu schultern. Für Joseph Haydns große Klaviersonate Es-Dur mobilisierte der junge Mann schnelle Finger – ohne sich im „Adagio“-Mittelsatz im Dunst angeblichen Tiefsinns zu verirren. Im Gegensatz zu Clara Isabella Siegle (17), die nach der Pause ebenfalls mit dieser Sonate auftrat, betonte Hubert die sportive Rasanz dieser Musik, während seine Kollegin deren gestische Akkuratesse hervorhob.

Nirgends schienen die Generationen weiter entfernt als bei Marvin Pecher (18) und Beethovens letzter Klaviersonate Nr.32 c-moll op.111. Von matter Ahnungslosigkeit schien die „Maestoso“-Einleitung umflort, als wolle der Pianist diese Musik auf die Erde zurückholen, bis die Energetik des folgenden „Allegro con brio ed appassionato“ den Befreiungsschlag provozierte: Plötzlich gerieten Kopf, Finger und Tasten ins Lot. Selbst in den ätherischen Bezirken des Variationssatzes fand Pecher mit kultiviertem Anschlag zu einem entrückten Tonfall. Leo Esselson (1. Violine), Estelle D. Weber (2. Violine), Felicitas Frücht (Viola) und Samuel A. Weilacher (Violoncello) setzen den furiosen Schlusspunkt mit Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquartett Nr.6 f-moll op.80. Himmlisch.



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