So., 01.10.2017

Jugendgebetsabend Fragen hält lebendig

Bischof Dr. Felix Genn rief die Teilnehmer des Jugendgebetsabends auf, den Fragebogen zur Jugendsynode auszufüllen.

Bischof Dr. Felix Genn rief die Teilnehmer des Jugendgebetsabends auf, den Fragebogen zur Jugendsynode auszufüllen. Foto: pbm

Münster - 

Ihre Wünsche an die Kirche tippten Jugendliche am Freitag in ihre Handys. Sie feierten einen Jugendgebetsabend in der Kirche Effata.

Erstaunt blicken die Jugendlichen um sich, unsicher, ob sie Bischof Dr. Felix Genn richtig verstanden haben: Sie sollen ihre Handys rausholen? Nach und nach tippen die 150 Firmlinge aus dem Münsterland eifrig ihre Ein-Wort-Antworten auf die Frage „Was wünsche ich mir von der Kirche?“ in die Eingabemaske ein. Nur wenig später erscheinen ihre Antworten auf der Leinwand in der Jugendkirche „effata“: „Frieden“, „Begeisterung“, „Gemeinschaft“, aber auch „Gleichberechtigung“, „Offenheit“ und „Mitbestimmung“ ist zu lesen. Antworten, die den Bischof beim Jugendgebetsabend am Freitag zum Thema „Ich hab‘ da mal ne Frage – Jugendsynode 2018“ sehr interessieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Fragen hört Ihr wahrscheinlich nicht gern, weil sie Euch zu sehr an Schule erinnern“, wandte sich Genn an die Jugendlichen. „Aber hier könnt ihr frei von Noten und Ängsten Fragen stellen.“ Er unterschied zwei Arten: Fragen, auf die man mit ja oder nein antworten könne, und Fragen, „bei denen Ihr für Euch eine Entscheidung treffen müsst, in denen es um Euch persönlich geht“. Was möchte ich werden, was mit meinem Leben anfangen? Warum ist der andere besser als ich? Er forderte die Teilnehmenden auf, bei diesen Fragen am Ball zu bleiben, denn er war sicher: „Wer fragt, der bleibt lebendig. Wer keine Fragen mehr hat, altert schneller, weil ihn nichts mehr interessiert.“

Papst Franziskus habe beim Weltjugendtag 2016 in Krakau gesagt, dass er Jugendliche gesehen habe, die auf ihn wirkten, als seien sie schon Rentner. „Ich bin jetzt 67 Jahre alt“, gestand Bischof Felix den Jugendlichen, „und habe schon viele Antworten in meinem Leben gefunden, aber trotzdem gehen mir die Fragen nicht aus.“

Auch Papst Franziskus hat Fragen. Er wendet sich in einem Brief an die Jugend der Welt und möchte wissen, wie sie leben, was sie denken, wie sie Kirche und Glauben erleben. „Den Papst interessieren eure Fragen, eure Kritik“, verdeutlichte Genn und forderte die Jugendlichen auf, sich an der Vorbereitung auf die Jugendsynode zu beteiligen. „Nächstes Jahr trifft sich der Papst mit Bischöfen und Jugendlichen in Rom, um über eure Fragen und Aussagen miteinander zu diskutieren. Damit der Papst und wir Bischöfe wissen, wie ihr tickt, nehmt euch bitte ein wenig Zeit und beteiligt euch an der Umfrage des Papstes.“



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