Mo., 02.10.2017

Ohne Aufschnitt ist es kein Frühstück Finanzgericht entscheidet über Steuerfrage

Ohne Aufschnitt ist es kein Frühstück: Finanzgericht entscheidet über Steuerfrage

Ist das schon ein Frühstück? Aus Sicht des münsterischen Finanzgerichts nicht. Foto: Colourbox

Münster - 

Ein trockenes Brötchen macht noch kein Frühstück: Das hat das münsterische Finanzgericht entschieden. Selbst dazu gereichte Heißgetränke sorgen nicht dafür, dass es sich um einen lohnsteuerpflichtigen Sachbezug in Form eines Frühstücks handelt.

Warum das Finanzgericht über die Frühstücksfrage beriet? Das berichtete die Pressestelle am Montag. Demnach hatte ein Softwareunternehmen mit 80 Mitarbeitern täglich etwa 150 Brötchen auf einem Büffet in der Kantine für Mitarbeiter sowie für Kunden und Gäste angeboten. Dabei wurden nur die Brötchen, aber kein Aufschnitt oder sonstige Beläge gereicht. Zudem konnten sich die Mitarbeiter, Kunden und Gäste ganztägig unentgeltlich aus einem Heißgetränkeautomaten bedienen.

Das Finanzamt sah hierin eine unentgeltliche Zurverfügungstellung einer Mahlzeit an Arbeitnehmer in Form eines Frühstücks, welches als Sachbezug mit den amtlichen Sachbezugswerten von 1,50 bis 1,57 Euro je Mitarbeiter und Arbeitstag zu besteuern sei.

Die Firma klagte, und das Finanzgericht gab ihr recht: „Ein trockenes Brötchen und ein Heißgetränk seien kein Sachbezug in Form eines Frühstücks im Sinne von § 8 Abs. 2 Satz 6 EStG i. V. m. § 2 Abs. 1 Sozialversicherungsverordnung“, teilt das Gericht mit. Zu den Mindeststandards eines Frühstücks gehöre nach dem allgemeinen Sprachgebrauch neben Brötchen und Getränken auch ein entsprechender Brotaufstrich.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung ist die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen, sie ist dort unter dem Aktenzeichen VI R 36/17 anhängig.

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Aktenzeichen: 11 K 4108/14



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