Do., 05.10.2017

Gefahrenmomente für Senioren im Bus Wenn der Bus zur Stolperfalle wird

Der Einstieg in den Bus ist nicht immer so leicht wie hier. Manchmal bleibt ein breiter Spalt zwischen Bus und Bussteig oder aber der Busfahrer vergisst, den Bus abzusenken. 

Der Einstieg in den Bus ist nicht immer so leicht wie hier. Manchmal bleibt ein breiter Spalt zwischen Bus und Bussteig oder aber der Busfahrer vergisst, den Bus abzusenken.  Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Die kommunale Seniorenvertretung sammelt Beschwerden von Senioren und Gehbehinderten, die sich so mancher Gefahr beim Busfahren ausgesetzt fühlen. Die Stadtwerke helfen weiter und bieten kostenlose Bustrainings an.

Von Klaus Baumeister

Der Vorfall ereignete sich in einem Bus der Linie 17. Als eine 79-jährige Frau den Bus verlassen wollte, schloss die Tür. Für einen kleinen Moment war die Frau eingeklemmt, dann öffnete sich die Tür wieder. Doch der Schock bewirkte, dass die Seniorin den Halt verlor und stürzte – was einen Krankenhausaufenthalt zur Folge hatte.

Senioren im Bus: Nicht immer enden Gefahrenmomente mit einem Sturz. Aber Gefahrenmomente gibt es für Gehbehinderte und Ältere sehr häufig, wie Gerhard Bonn bemängelt. Er leitet den Arbeitskreis Verkehr der kommunalen Seniorenvertretung. Auf seinem Tisch landen die Beschwerden. Als da wären:

► Der Busfahrer fährt nicht nah genug an die Haltestelle ran, sodass zwischen der Tür und dem Hochbord ein Spalt verbleibt.

► Der Busfahrer vergisst das Absenken des Busses, so dass die Bushaltestelle deutlich niedriger liegt als die Tür.

► Der Bus fährt nach dem Einsteigen schnell an, obwohl Fahrgäste noch nicht ihren Sitzplatz eingenommen haben.

► Die Tür schließt beim Aussteigen zu schnell.

Nach Auskunft von Florian Adler, Pressesprecher der Stadtwerke Münster, werden Busfahrer regelmäßig geschult, um Gefahrensituation für Senioren und Gehbehinderte zu vermeiden. Dabei gelte immer die Devise: „Sicherheit vor Pünktlichkeit“. Auch wenn ein Bus zeitlich im Verzug sei, dürfe der Busfahrer nicht überhastet anfahren.

In der Innenstadt sind Busfahrer laut Florian Adler angewiesen, die Busse an jeder Haltestelle abzusenken. Außerhalb der Innenstadt erfolge dies bei Bedarf. Rollator-Fahrern empfiehlt der Stadtwerke-Pressesprecher deshalb, bereits bei Fahrtantritt dem Busfahrer laut mitzuteilen, wo man aussteigen will.

Stichwort Ranfahren an das Hochbord: Florian Adler will im Einzelfall ein Fehlverhalten von Busfahrern nicht ausschließen, häufig aber stünden falsch geparkte Autos im Weg. „Wenn 18 Meter lange Busse in eine Haltebucht einfahren sollen, brauchen sie viel Platz.“

Alle Türen seien mit einer Sicherheitsautomatik ausgestattet, geht Florian Adler auf ein weiteres Problem ein. Bei einer Blockade würden die Türen automatisch wieder öffnen. Gleichwohl seien die Busfahrer angehalten, genau darauf zu achten, ob auch tatsächlich alle Fahrgästen ein- beziehungsweise ausgestiegen seien.

Letzter Tipp des Stadtwerke-Pressesprechers: Das Unternehmen biete regelmäßig kostenlose Bustrainings an. Termine für dieses Angebot sind im Internet abrufbar. 



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