Mi., 04.10.2017

Immobilienexperten auf der Expo Real in München Keine Lösung im Alleingang

Trafen sich auf der Expo Real in München (v.l.): Oberbürgermeister Markus Lewe, Staatssekretär Christoph Dammermann und die Landräte Olaf Gericke und Christian Schulze Pellengahr.

Trafen sich auf der „Expo Real“ in München (v.l.): Oberbürgermeister Markus Lewe, Staatssekretär Christoph Dammermann und die Landräte Olaf Gericke und Christian Schulze Pellengahr Foto: Martin Rühle

München - 

Oberbürgermeister Lewe und die Landräte Olaf Gericke und Christian Schulze Pellengahr betreiben auf der Immobilienmesse in München derzeit Lobbyarbeit für Münster und für das Münsterland.

Von Klaus Baumeister

Das nennt man wohl eine Win-Win-Situation. Wenn der Zugverkehr auf der alten WLE-Trasse reaktiviert wird, „dann erfahren die bahnhofsnahen Wohnquartiere und Baugebiete in Albersloh und Sendenhorst eine deutliche Aufwertung“, so der Warendorfer Landrat Olaf Gericke. Für Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe wiederum würde die neue Bahnverbindung bedeuten, dass die Staus auf dem Albersloher Weg nicht noch länger werden.

„Der urbane Raum ist größer geworden“, erklärt Markus Lewe, der derzeit – gemeinsam mit Gericke und dem Coesfelder Landrat Christian Schulze Pellengahr – Lobbyarbeit für Münster und das Münsterland auf der Münchener Immobilien- und Standortmesse „Expo Real“ macht.

Auch Schulze Pellengahr sieht viele Querverbindungen. Der viel diskutierte Ausbau der Bahnverbindung zwischen Münster und Dortmund wäre nicht nur für Münster ein Vorteil, „sondern auch für die Ascheberger“. Mehr Zugverbindungen nach Münster wären eine wirksame Alternative zu den Autofahrten über die A1, die regelmäßig zu Staus am Autobahnkreuz Münster-Süd führen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung lassen Lewe, Gericke und Schulze Pellengahr keinen Zweifel daran, dass sich die Probleme des einen nicht mehr ohne die anderen lösen lassen. Angesichts extrem hoher Immobilienpreise in Münster gesteht Münsters Oberbürgermeister freimütig, dass viele münsterische Familien ihren Traum vom Eigenheim im Umland realisieren. Zugleich haben sich die Umland-Landräte damit abgefunden, dass „ihre“ Bürger einen nicht unerheblichen Teil ihrer Kaufkraft nach Münster tragen. „Das Angebot im Oberzentrum Münster ist einfach größer“, so Gericke.

Die Landräte und der Oberbürgermeister sind sich einig in der Einschätzung, dass die Region boomt und wächst. „Wir merken das jedes Jahr bei der Kindergartenbedarfsplanung“, sagt Schulze Pellengahr.

Lewe merkt es überdies am zunehmenden Autoverkehr in der Stadt. Das Trio der regionalen Repräsentanten plädiert deshalb übereinstimmend für die Schaffung von Velorouten zwischen Münster und den Umlandkommunen, ferner für mehr Bus- und Zugverkehr, wie sie auch in einem Gespräch mit Christoph Dammermann betonen, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium.

In einem anderen Punkt zeichnet sich durchaus ein Konflikt ab. Der Regionalplan des Landes Nordrhein-Westfalen setzt den Münsterland-Kommunen bei der Ausweisung neuer Baugebiete enge Grenzen.



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