Mi., 04.10.2017

17. Filmfestival Münster im Schlosstheater eröffnet Ein Lobgesang aufs Kino

Eine Szene aus dem Eröffnungsfilm „Sommerhäuser“: Während Mavie Hörbiger (l.) und Laura Tonke nur auf der Leinwand erschienen, war Hauptdarsteller Thomas Loibl

Eine Szene aus dem Eröffnungsfilm „Sommerhäuser“: Während Mavie Hörbiger (l.) und Laura Tonke nur auf der Leinwand erschienen, war Hauptdarsteller Thomas Loibl

Münster - 

Die Freude darüber, nun wieder ins Schlosstheater als Festivalstätte zurückgekehrt zu sein – sie war überall spürbar bei der Eröffnung des 17. Filmfestivals Münster am gestrigen Abend. Vor gut gefüllten Saalreihen stellten sich Carsten Happe und Risna Old-huis als Künstlerische Leiter des Filmfestes im lockeren Gespräch den Fragen von Moderator Gian-Philip An-dreas.

Von Petra Noppeney

Am Montag, so erklärte Happe unserer Zeitung, sei der letzte noch fehlende Film des fünftägigen Festivals eingetroffen. 6000 Zuschauer werden erwartet. „Jetzt freuen wir uns, dass es endlich losgeht“, zeigte sich der Festivalleiter guter Dinge.

Happe und Oldhuis stellte die Eröffnung unter die Frage: „Braucht der Film das Kino noch?“ Schließlich habe er durch die elektronischen Medien viele neuen Abspiel-Plattformen gefunden. „Wir sind aber davon überzeugt, dass man den Film am besten dort sieht, wo er die beste Wirkung erzielt: Und das ist immer noch im Kino“, so lautet Happes Statement.

„Der Film braucht das Kino, und das Kino braucht den Film – mehr denn je zuvor“, lautete das Credo der beiden Festivalleiter. Die im übrigen für die Wettbewerbsfilme warben, die „genuin für dieses Festival gemacht sind“, so Happe.

Nach den Grußworten der Stadt Münster durch Bürgermeister Gerhard Joksch und in Anwesenheit von Hauptdarsteller Thomas Loibl und Produzent Philipp Worm startete das Festival dann direkt in seinen Spielfilmwettbewerb: In „Sommerhäuser“, dem Debüt der Regisseurin Sonja Kröner, ging es zurück in die 1970er Jahre, in einen dieser schier endlosen, fast ungetrübt sonnigen Sommer, die es heutzutage, so wird im Kino gemault, nicht mehr gibt.

Drei Generationen einer Münchner Großfamilie treffen sich im riesigen, von Wespen umsurrten Garten der just verstorbenen Matriarchin und geraten sich dabei in die Haare: Soll das Areal mit den Sommerhäusern verkauft werden oder nicht? Der Film folgt in gleitenden, sonnendurchfluteten Bildfolgen mal den Kindern, mal den Erwachsenen, zeichnet nuanciert ihre Stimmungen und Verbitterungen nach und flicht gar Elemente eines Gruselthrillers ein. Kröner gelang eine ungewöhnliche, mal komische, mal bittere Mischung mit einem stark aufspielenden Darstellerensemble, darunter Günther Maria Halmer, Ursula Werner, Laura Tonke und Mavie Hörbiger.

Nach der Vorstellung präsentierte das niederländische Künstlerduo Pierre Estourgie und Jeroen Glas eine Multimedia-Performance vor dem Kino. Die beiden entwickelten für die Location eine spezielle Installation. Lichtprojektionen auf der Kinofassade wurden durch einen für diesen Abend entwickelten und live-hergestellten Klangteppich ergänzt.



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