Do., 12.10.2017

Einigung zur Bahn im Museumspark Boule-Gruppe darf nach Platzverweis weiterspielen

Die Aufregung um die Boule-Bahn kann sich wieder legen. Die Verwaltung hat sich auf eine gemeinsame Linie verständigt. Spieler werden nicht aus dem Museumspark vertrieben.

Die Aufregung um die Boule-Bahn kann sich wieder legen. Die Verwaltung hat sich auf eine gemeinsame Linie verständigt. Spieler werden nicht aus dem Museumspark vertrieben. Foto: gro

Münster-Hiltrup - 

Der Museumspark in Hiltrup steht allen offen. Er ist nicht nur für Kinder da, wie derzeit noch die (fälschlichen) Angaben auf der vorhandenen Beschilderung nahelegen. Die Boulespieler können aufatmen.

Von Michael Grottendieck

Auf einen kurzen Nenner gebracht: Der Museumspark steht allen offen. Er ist nicht nur für Kinder da, wie derzeit noch die (fälschlichen) Angaben auf der vorhandenen Beschilderung nahelegen. Der Park mit seinen Boule-Fläche und seinen Mehrgenerationen-Geräten darf von allen genutzt werden, die Freude am gemeinsamen Spiel und an Bewegung haben.

Kein Bestandteil der Spielfläche

In einer schriftlichen Stellungnahme hat der Leiter des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, Heiner Bruns, nochmals für Klarheit gesorgt. Nach eingehender Prüfung durch mehrere Ämter der Stadtverwaltung sei man übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen, dass die Boulefläche nicht als Bestandteil der Spielfläche anzusehen sei. Gleiches gelte für die besagten Mehrgenerationsgeräte. Um das zu verdeutlichen, werde es eine neue Beschilderung im Museumspark geben.

Anwohner hatte geklagt

Der Streit um die Benutzung der Boulebahn hatte wochenlang für Unruhe gesorgt. Ins Rollen war die Angelegenheit geraten, als ein Anwohner vor das Verwaltungsgericht gezogen war, um gegen die Baugenehmigung zu klagen. Wie der Mann vor Gericht darlegte, fühlte er sich in seiner Ruhe gestört. Das Problem sei nicht das Klackern der Kugeln, sondern die Freuden- und Enttäuschungsrufe der Spieler.

In Kreisen der Boule-Spieler, die zum Teil persönlich der Anhörung vor dem Verwaltungsgericht beigewohnt hatten, hieß es daraufhin: „Lachen ist hier offenbar verboten.“

Ordnungsamt untersagte Spiel

Das Lachen verging den Boule-Spielern in der Tat nur wenige Tage nach dem Spruch des Verwaltungsgerichtes. Zwar hatte der Richter die Klage abgewiesen und unmissverständlich erklärt, die Boulebahn dürfe bestehen bleiben. Doch erschienenen eines Morgens Beamte des Ordnungsamtes im Museumspark und untersagten das weitere Spiel.

Begründung: Auf Kinderspielplätzen hätten Erwachsene nichts zu suchen. Es sei denn, sie träten als Begleitpersonen von Kindern und Minderjährigen auf. Im Museumspark sei klar geregelt, dass nur Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre Zutritt hätten. Aber welche Jugendlichen unter 16 Jahren spielen Boule, das nun einmal in dem Ruf steht, ein Rentnersport sein?

Sanierung im Frühjahr

Kopfschütteln allerorten, es folgte eine Flut an Leserbriefen, E-Mails und Anrufen. Allgemeiner Tenor: Die Boulefläche solle für die Öffentlichkeit erhalten bleiben. Einige wiesen darauf hin, dass an anderen öffentlichen Spielflächen – wie etwa am Hiltruper See – gar keine Altersbegrenzungen auf den Schildern zu finden seien.

Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt kündigt bereits an, nun wolle man dafür sorgen, dass zum kommenden Frühjahr hin die Boulebahn wieder auf Vordermann gebracht werde. Es seien Nachbesserungen nötig, damit ein vernünftiges Spiel möglich sei. Den Gruppen wolle man zudem einige Geräte zur Verfügung stellen, damit sie auch selber die Bahn glatt ziehen können.

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