Mi., 11.10.2017

Verärgerung im Südosten Keine JVA-Informationen aus erster Hand

Bezirksbürgermeister Ralf Schönlau 

Bezirksbürgermeister Ralf Schönlau  Foto: isa

Münster-Südost - 

Die Verärgerung in der Bezirksvertretung Münster-Südost war groß. Hatte man doch einen Vertreter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) NRW zur Sitzung am Dienstagabend eingeladen, um endlich Informationen aus erster Hand und nicht nur aus den Medien über die Entscheidung des BLB zu erhalten, in Wolbeck die neue Justizvollzugsanstalt (JVA) für Münster zu bauen. Doch der Vertreter hatte abgesagt.

Von Martina Schönwälder

„Es ist eine Missachtung unseres Gremiums, dass sich der Bau- und Liegenschaftsbetrieb nicht äußert“, fand Bezirksbürgermeister Ralf Schönlau für das Verhalten des BLB drastische Worte. Und der CDU-Fraktionsvorsitzende Franz-Josef Ruwe sah den BLB sogar „in der Pflicht, hier seine Kommunikationsstrategie gegenüber der Bürgerschaft und der BV vorzutragen“.

Nicht einmal für die nicht-öffentliche Sitzung habe sich ein Vertreter gefunden, der die Politiker vor Ort unterrichtet hätte, kritisierte SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Metzler.

„Unglücklich“ nannte FDP-Bezirksvertreter Willi Schriek das gegenwärtige Informationsverhalten des BLB. Als „nachvollziehbar“ bezeichnete dagegen Christine Schultz von den Grünen das Nicht-Erscheinen eines BLB-Vertreters. „Die können doch nichts sagen“, meinte sie. In seiner Pressemitteilung hatte der BLB deutlich darauf hingewiesen, dass er und der Eigentümer des Grundstückes Stillschweigen vereinbart hätten, bis der Kaufvorgang abgeschlossen sei.

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Trotzdem kritisierten die Bezirksvertreter einhellig, dass sie wichtige Informationen auch in dem jetzigen Stadium nicht erhalten. „Wir werden vor Ort auf das Thema angesprochen und können nicht antworten“, beschreibt Sabine Metzler die Situation, die die Kommunalpolitiker nun schnell ändern wollen. In direkten Gesprächen und durch eine Bürgerversammlung wollen sie die Bevölkerung in das Geschehen miteinbeziehen.

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