Do., 12.10.2017

Rabattsystem soll ab 2018 gelten Münster will Ehrenamtskarte NRW einführen

Petra Woldt leitet die Geschäftsstelle für kommunale Stiftungen.

Petra Woldt leitet die Geschäftsstelle für kommunale Stiftungen. Foto: Westfalen AG

Münster - 

Wer wöchentlich mehr als fünf Stunden ehrenamtlich tätig ist und dafür bislang nicht mehr als einen Kaffee, ein Dankeschön und die Fahrtkosten erhält, kann ab 2018 in Münster die Ehrenamtskarte NRW beantragen. Damit nämlich gibt es den einen oder anderen hübschen Rabatt.

Von Lukas Speckmann

Zugegeben: Altenberge, Warendorf oder Lüdinghausen und weitere 213 Städte und Gemeinde im Land waren schneller dran. Aber jetzt sieht es doch so aus, als ob auch Münster die „Ehrenamtskarte NRW“ einführt.

Wer sich überdurchschnittlich für sein Ehrenamt und damit für seine Mitmenschen einsetzt, soll ab 2018 mit dieser Karte ein kleines Zeichen öffentlicher Anerkennung erhalten. Es geht um Preisnachlässe – etwa für Theater, Schwimmbad, Museum oder Zoo. Sozial- und Personalausschuss stimmten der Verwaltungsvorlage nun mit großer Mehrheit zu. Das letzte Wort hat der Rat in seiner Sitzung am 18. Oktober.

Dreijährige Pilotphase

Eine Arbeitsgruppe aus dem Dezernat des Oberbürgermeisters, dem Amt für Bürger- und Ratsservice, den Kommunalen Stiftungen und der Freiwilligenagentur hatten die Einführung vorgeschlagen. „Es ist eine schöne Form der Anerkennung, reißt aber auch keine Haushaltslöcher“, erläuterte Petra Woldt von den Kommunalen Stiftungen. Es handelt sich um eine Rabattkarte, deren Vergünstigungen landesweit gelten. Sie würde in Münster mit etwa 45. 000 Euro jährlich zu Buche schlagen.

Lange habe man diskutiert, ob diese Karte wirklich eine wertschätzende Form der Anerkennung sei, berichtete Petra Woldt. Erfahrungen anderer Kommunen hätten genau dies jedoch bestätigt. Die Akzeptanz soll in einer dreijährigen Pilotphase erprobt werden.

Einspruch von den Linken

Voraussetzung für den Karten-Antrag wäre eine ehrenamtliche Tätigkeit von wenigstens fünf Stunden pro Woche beziehungsweise 250 Stunden im Jahr, die ausschließlich für Dritte geleistet werden darf. Wer für diese Arbeit jedoch eine Aufwandsentschädigung erhält, die über die Erstattung von Kosten hinausgeht, muss auf die Karte verzichten. Das beträfe zum Beispiel Kommunalpolitiker . . .

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Einspruch kam ausschließlich von den Linken. Martin Scholz („eine sympathische Vorlage“) äußerte die Befürchtung, dass im sozialen Bereich immer mehr auf Ehrenamtlichkeit gesetzt würde – zu Lasten von Festanstellungen. Jens Heinemann (CDU) warnte davor, das eine gegen das andere auszuspielen.



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