Fr., 13.10.2017

Südparksanierung Maßstab für Bürgerbeteiligung - Großes Lob für das Grünflächenamt

Speckbrettplätze (Bild), Wasserbecken, Wildpinkler und Sitzgelegenheiten stehen unter anderem im Fokus der Südparksanierung. Das derzeitige Konzept des Parks, das wurde deutlich betont, soll jedoch unbedingt erhalten bleiben.

Speckbrettplätze (Bild), Wasserbecken, Wildpinkler und Sitzgelegenheiten stehen unter anderem im Fokus der Südparksanierung. Das derzeitige Konzept des Parks, das wurde deutlich betont, soll jedoch unbedingt erhalten bleiben. Foto: Björn Meyer

Münster - 

Kernpunkte des Konzepts für die Südparksanierung stehen fest. Derweil beschwerten sich Anwohner auf einer Versammlung am Mittwochabend über nächtliche Ruhestörung durch zu laute Musik.

Von Björn Meyer

Eines möchte er deutlich sagen, holte ein Bürger bei der Informationsveranstaltung am Mittwochabend im ABI-Südpark aus: „So wie diese Bürgerbeteiligung gelaufen ist, das ist vorbildlich. Sie haben einen echten Benchmark gesetzt“, sagte er in Richtung von Jörg Hoffmann und Wolfram Goldbeck.

Die Mitarbeiter des Amts für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit hatten gerade die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zur Südparksanierung vorgestellt. Von den rund 60 Zuhörern gab es lauten Applaus.

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Wohl weit über 1000 Menschen hatten sich seit dem Sommer auf unterschiedliche Weise beteiligt. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

► Die Speckbrettplätze: Man habe prüfen wollen, ob nicht auch zwei reichen, gab Hoffmann unumwunden zu. Die Prüfung verlief negativ: „Alle vier Plätze sollen bleiben und saniert werden“, überbrachte Hoffmann die frohe Kunde für die zuletzt in Sorge geratene Speckbrett-Community.

► Das Wasserbecken: Einer der Hauptgründe dafür, dass die Stadt den Südpark sanieren möchte. Die Technik ist veraltet, die Bausubstanz abgängig. Ein neues Wasserbecken würde den Kostenrahmen sprengen. Aber: „Der Südpark ohne Wasser – das geht gar nicht“, machte Hoffmann klar. Eine große Mehrheit der Bürger sprach sich in der Befragung für eine kombinierte Lösung von Wasserparcours und Fontänenfeld aus. Diese Lösung will die Stadt der Politik vorschlagen.

► Müll und Hundekot: Ein großes Thema, für das es nicht „die eine Lösung“ gibt. Klar ist schon, dass die Müllbehälter, anders als jetzt, mit Abstand zu den Sitzbänken aufgebaut werden sollen, um unangenehmen Gerüchen zu entgehen. Zudem sollen auch die Standorte und die eher zu geringe Zahl der Sitzbänke überdacht werden. Weniger eindeutig zeichnete sich der Weg in der Frage der Hundenutzung ab. Die einen bemängeln herumliegenden Hundekot, die anderen wollen Freilaufflächen für ihre Vierbeiner. „Eine eigene Freilaufwiese kann es aus meiner Sicht im Südpark nicht geben“, so Hoffmann. Vermehrt soll dagegen darauf hingewiesen werden, dass Halter den Kot ihrer Hunde zu entfernen haben.

► Ballspielfelder, WC-Anlage, Fahrradweg und zeitlicher Rahmen: Die beiden Ballspielfelder sollen aufgewertet werden – wohl auch hinsichtlich neuer Nutzungsmöglichkeiten für weitere Sportarten.

Mit kaum etwas sind die Südpark-Nutzer so unzufrieden wie mit der WC-Anlage. Man prüfe verschiedene Möglichkeiten, so Hoffmann. Auch um das Wildpinkeln einzudämmen, dass für die Anlieger zum Ärgernis geworden sei.

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Links neben dem ABI-Südpark könnte der kleine Weg zum Fahrradweg umfunktioniert werden. „Das ist allerdings nicht eben mal schnell gemacht“, so Hoffmann. Der bereits als Schleichweg genutzte Weg könnte so die Bürgersteige der Kronprinzenstraße entlasten, die aufgrund des schlechten Kopfsteinpflasters regelmäßig von Fahrradfahrern genutzt werden.

Bis spätestens Januar will das Grünflächenamt der Politik ein Konzept verlegen, das die Maßnahmen als einzelne Bausteine ermöglicht. Die zeitliche Umsetzung hängt dann ab vom zur Verfügung gestellten Geld. Derzeit geht das Amt von Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus.

► Was gab es sonst? Mehrere Anwohner der Südstraße beschwerten sich unabhängig voneinander über nächtliche Lärmbelästigung durch laute Musik. Ein Thema, das man bislang nicht auf dem Zettel gehabt habe, gab Jörg Hoffmann zu. 

Kommentar

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Zugegeben, bei einem so positiv besetzten Thema wie dem Südpark, hatten die Männer und Frauen des städtischen Grünflächenamtes einen kleinen Heimvorteil. Und dennoch steht, Stand heute, fest: In der Bürgerbeteiligung hat die Stadt vieles richtig gemacht. Es war schlau, das Südviertelbüro ganz offensiv mit ins Boot zu nehmen. Und es war mindestens genauso clever, kaum eigene Ziele zu formulieren, sondern die Meinung der Bürger in den Mittelpunkt zu stellen. Die Resonanz darauf hat gezeigt, dass in Münster, ob nun Großstadt oder nicht, viele bereit sind, ihre Nachbarschaft aktiv mitzugestalten.

„Wie soll der Südpark 2020 aussehen?“, hatte die Stadt in der Bürgerbeteiligung gefragt. Das Statement des Südviertels ist von Realismus und Zufriedenheit gleichermaßen geprägt. Das Konzept des Parks soll bestehen bleiben, nur punktuelle Verbesserungen sind gewünscht.

Dieser Aussage sollte sich die Politik verpflichtet fühlen und möglichst bald das Okay zur Umsetzung geben. Ansonsten könnte sich Vertrauen schnell in Enttäuschung verwandeln.



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