Di., 17.10.2017

Textildiscounter expandiert in weitere deutsche Städte Primark eröffnet am 30. November in Münster

Mit Einkaufstaschen der Modekette Primark sitzen mehrere Frauen auf einer Bank.

Mit Einkaufstaschen der Modekette Primark sitzen mehrere Frauen auf einer Bank. Foto: Arno Burgi

Münster - 

Der wegen seiner Kampfpreise in Deutschland gefürchtete Textildiscounter Primark will in weiteren Städten Fuß fassen. Allein in den nächsten zwölf Monaten sollen fünf neue Geschäfte in Bielefeld, Münster, Stuttgart, Ingolstadt und München eröffnet werden.

Von dpa/wn

Sein Geschäft in Münster werde Primark am 30. November eröffnen, erklärte Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann am Dienstag bei einem Besuch in Münster. An der Salzstraße soll die 24. Filiale des irischen Textilhändlers entstehen. Bereits in der nächsten Woche soll ein Primark-Laden in Bielefeld eröffnen. Weiteres Wachstum ist geplant.

Sehr geringe Gewinnspanne

Das irische Textilunternehmen betreibt zurzeit in Deutschland 22 Filialen. Seit dem Einstieg in den deutschen Markt vor acht Jahren habe der Konzern «einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag» in Deutschland investiert, sagte Krogmann. «Wir sind gekommen, um zu bleiben.»

Primark wachse organisch und schreibe dabei schwarze Zahlen, sagte Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann der Deutschen Presse-Agentur. Bei der weiteren Expansion habe das Unternehmen vor allem Städte mit «deutlich mehr als 150.000 Einwohnern» im Blick.

Einen Primark-Online-Shop soll es dagegen auch weiterhin nicht geben. Primark arbeite mit einer sehr geringen Gewinnspanne, sagte Krogmann. Dies erlaube einfach nicht, Waren zu versenden und wieder zurückzunehmen.

Deutschland-Chef widerspricht Einweg-Qualität

Während viele traditionelle Modehändler ihre Geschäfte schließen mussten, bilden sich in den Innenstädten lange Schlangen von Kauflustigen, wenn das irische Unternehmen wieder einmal einen neuen Laden eröffnet. Doch unumstritten ist das Geschäftsmodell nicht.

„Die Kleidung von Primark müsste gesellschaftlich genauso geächtet sein wie Käfigeier“, meint die Greenpeace Textilexpertin Kirsten Brodde. Denn das Unternehmen stehe für immensen Ressourcenverschleiß. Was Billigmode angehe, treibe Primark auf die Spitze, was H&M und die Discounter begonnen hätten. „Man kann nirgendwo anders so viele Klamotten für so wenig Geld kaufen“, meint Brodde. Bekleidung werde damit zum Wegwerfprodukt.

Primark-Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann weist das allerdings für die Primark-Produkte entschieden zurück. „Sie sind gemacht, um lange zu halten.“ Er habe persönlich auch „keinen Sinn für Wegwerfmentalität“, meint der Manager. „Ich kann nicht verstehen, dass man einfach Dinge wegschmeißt. Ich bin anders groß geworden.“ Das vermittle er auch seinen Kindern.

Fotostrecke: 10 Dinge über Primark, die Sie wissen sollten



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