Mi., 18.10.2017

Debatte um Preußenstadion Ratsentscheid: Es bleibt die Hammer Straße

Preußen Münster, hier Aufsichtsratschef Frank Westermann im Ratssaal , bleibt in Münster nur die Hammer Straße.  

Preußen Münster, hier Aufsichtsratschef Frank Westermann im Ratssaal , bleibt in Münster nur die Hammer Straße.   Foto: Oliver Werner

Münster - 

Showdown in der Ratsdebatte um die Stadionpläne des Fußball Drittligisten Preußen Münster: Die entscheidende Abstimmung am Mittwochabend ist geheim. Letztlich bekommt der Antrag von Schwarz-Grün eine Mehrheit. Das Stadion an der Hammer Straße soll saniert werden.

Von Dirk Anger

Nach 105 Minuten verbalem Scharmützel mit politischen Doppelpässen und einigen Fouls nimmt die entscheidende Stadion-Debatte im Rat am Mittwochabend einen dramatischen Höhepunkt: SPD-Fraktionschef Michael Jung beantragt geheime Abstimmung über den Antrag der Rathausmehrheit von CDU und Grünen.

Dieser sieht vor, die Suche nach einem neuen Stadionstandort in Münster zu beenden und fasst zugleich eine Sanierung der alten Arena an der Hammer Straße für bis zu 20.000 Zuschauer ins Auge. Jungs Hoffnung auf Abweichler jedenfalls ist vergebens. Die schwarz-grüne Mehrheit hält: Mit 41 von 70 abgegebenen Stimmen setzt sich das Bündnis durch.

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Zuvor ist der gemeinsame Antrag von FDP und SPD abgelehnt worden, wonach die ins Spiel gebrachten Standorte Stadthafen, Hansa-Business-Park und Steinfurter Straße sowie die Sanierung an der Hammer Straße noch einmal von einem auf Sportstätten spezialisierten Beratungsbüro auf ihre Kosten geprüft werden sollten. „Es geht nicht um den Bau eines Stadions, sondern um die Prüfung von Alternativen“, wirbt FDP-Fraktionsvorsitzende Carola Möllemann-Appelhoff jedoch vergeblich um einen Aufschub der wegweisenden Entscheidung.

Damit ist der Traum des Fußball-Drittligisten Preußen Münster von einem neuen, privat finanzierten Fußball-Stadion auf münsterischem Stadtgebiet ausgeträumt. Gefasst, aber sichtlich bedient und mit einer Portion Galgenhumor nimmt SCP-Aufsichtsratschef Frank Westermann das Ergebnis auf: „Wir haben endlich Klarheit: Es gibt keinen Standort für ein Stadion in Münster.“

Ganz so dramatisch zeichnet Oberbürgermeister Markus Lewe die Situation nicht: „Was wäre so verwerflich, wenn der Standort 400 Meter hinter der Stadtgrenze liegen würde“, spielt das Stadtoberhaupt auf die „nachdenkenswerte Variante“ eines Stadions in Bösensell an. Doch der Sendener Ortsteil liegt an diesem Abend im münsterischen Rathaus gefühlt weiter entfernt denn je.

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In der vorherigen Debatte macht CDU-Fraktionschef Stefan Weber noch mal den Standpunkt seiner Fraktion klar. Das Stadion an der Hammer Straße auszubauen, sei der „realistische Weg“. Ein Neubau in Münster scheitere an zwei Voraussetzungen: „Einerseits an den nicht verfügbaren Flächen und andererseits an der Finanzierbarkeit des Projekts durch die Stadt.“ Wohnungsbau und Bildung haben laut Weber Priorität. Grünen-Fraktionschef Otto Reiners stellt für seine Farben klar: „Wir unterstützen den Breitensport und nicht den Profisport.“

Preußen wollen Gespräche mit Senden intensivieren

Wie geht es für Preußen Münster in der Stadionfrage weiter? Der Verein will nach den Worten von Aufsichtsratschef Frank Westermann, der die Ratssitzung verfolgte, mehrgleisig fahren. Aus Verantwortung für den Club müsse man das Gespräch mit der Ratsmehrheit über den Standort Hammer Straße führen. Allerdings betonte Westermann, dass dort keine privaten Investoren zum Ausbau bereit stünden. Zugleich will man die Gespräche mit den Verantwortlichen in Senden über einen Standort in Bösensell intensivieren. „Wir werden diesen Weg konsequenter beschreiten.“ Im Jahr 2018 müssten in jedem Fall konkrete Bebauungsmöglichkeiten gewährleistet sein, um dann in die Umsetzung gehen zu können. Greven bleibt eine vage Option.  

SPD-Sportpolitiker Philipp Hagemann bemüht eine Zeitungsschlagzeile: Der größte Gegner der Preußen sei die eigene Stadt, so der Vorwurf gegen Schwarz-Grün, die Einsatz für die Preußen-Ziele vermissen ließ. Der Verein bekomme keine faire Chance, bilanziert SPD-Fraktionschef Michael Jung.

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