So., 22.10.2017

Interview mit Roland Kaiser Ein Schlagerstar zieht Bilanz

Roland Kaiser wurde in Berlin geboren und lebt in Münster.

Roland Kaiser wurde in Berlin geboren und lebt in Münster. Foto: Sandra Ludewig

Münster - 

Roland Kaiser zieht eine Zwischenbilanz: Im Interview mit unserer Zeitung berichtet er von seinen Freunden, darunter Sigmar Gabriel und Götz Alsmann, und verrät, welcher große Traum von ihm im kommenden Jahr in Erfüllung gehen wird.

Von Martin Kalitschke

„Vom Findelkind zum Superstar“ – so lautet der Titel einer Dokumentation über Roland Kaiser, die der WDR am 30. Oktober um 22.10 Uhr ausstrahlt. Zu Wort kommen viele Freunde und Kollegen, darunter Sigmar Gabriel, Götz Alsmann und Karl-Heinz Rummenigge. Über die Dokumentation sprach unser Redakteur Martin Kalitschke mit Roland Kaiser.

Herr Kaiser, was verbindet Sie eigentlich mit unserem Außenminister?

Kaiser: Als er SPD-Vorsitzender war, wollte er mich kennenlernen. Ein Musiker, der sich politisch engagiert, das hat ihn interessiert. Er lud mich zu einem Gespräch nach Berlin ein, und seitdem sind wir privat eng verbunden. Wir telefonieren oft, schreiben uns ein- bis zwei Mal die Woche Nachrichten.

Wie bewerten Sie als Mitglied der SPD das Ergebnis der zurückliegenden Bundestagswahl?

Kaiser: Die SPD hat viele Prozentpunkte verloren, die CDU allerdings auch. Für die SPD gilt es nun, sich zu erneuern und den Menschen zu vermitteln, dass sie eine echte Alternative ist.

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Begrüßen Sie es, dass die SPD den Weg in die Opposition gewählt hat?

Kaiser: Ja, das bietet für die SPD die Chance, sich neu zu orientieren.

Sie haben wiederholt Farbe gegen Rechts bekannt, sprachen 2015 auf einer Demonstration gegen Pegida in Dresden. Macht Ihnen der Höhenflug der AfD Angst?

Kaiser: Zunächst einmal erfüllt es mich mit Stolz, in einer Stadt zu leben, in der die AfD unter fünf Prozent geblieben ist. Ich persönlich glaube, dass man die AfD nicht verteufeln, sondern ganz normal behandeln sollte – gerade in den Medien. Man sollte sie ganz konkret fragen: Was soll das heißen: „Wir holen uns unser Land zurück?“ Oder an Herrn Gauland: „Wie meinen Sie das, ,wir werden sie jagen‘?“ Höflich im Umgang, aber hart in der Sache – so sollte man mit der AfD umgehen. Dann wird die Partei sehr bald entzaubert.

Sind Sie nach Ihrer Dresdener Rede angefeindet worden?

Kaiser: Natürlich gab es in den sozialen Netzwerken zahlreiche Heckenschützen. Nach ein paar Tagen beruhigte sich dann aber alles wieder. Im Übrigen: Dresden ist nicht nur Pegida, dort gibt es viele Menschen, die ganz anders denken.

Kommen wir zurück nach Münster, wo Sie ja seit vielen Jahren wohnen. Im Sommer begeisterten Sie beim Stadtfest. Wird es demnächst eine Neuauflage geben?

Kaiser: Im nächsten Jahr sicherlich nicht, da habe ich parallel bereits andere Termine. Aber eine Wiederholung in den folgenden Jahren will ich nicht ausschließen.

In der Dokumentation begegnen Sie einem weiteren Münsteraner – Götz Alsmann.

Kaiser: Ich kenne Götz seit 20 Jahren, eine Zeit lang haben wir auch im gleichen Viertel gewohnt, in der Nähe des Kappenberger Damms. Auf meinem neuen Album hat Götz Alsmann „Manchmal möchte ich schon mit dir“ als Bossanova-Version beigesteuert. Götz und ich, wir haben eine wirklich gute persönliche Beziehung zueinander. Wenn wir gleichzeitig in Berlin sind, versuchen wir immer, ein Treffen hinzukriegen – was uns in Münster übrigens bislang noch nicht gelungen ist, weil immer einer von uns beiden unterwegs war.

Herr Kaiser, was steht bei Ihnen musikalisch in nächster Zeit an?

Kaiser: Am 20. Oktober ist mein neues Album erschienen, auf dem meine größten Hits komplett neu präsentiert werden, außerdem gibt es zwei neue Songs. 2018 folgt dann eine große Arena-Tournee, und im September 2018 geht ein Traum von mir in Erfüllung.

Nämlich?

Kaiser: Dann werde ich zum ersten Mal in meinem Leben auf der Berliner Waldbühne auftreten – einem Ort, wo schon die Stones und Paul McCartney, also die ganz Großen, spielten.

Für Sie als Berliner wird das sicherlich ein Heimspiel. Letzte Frage: Wo werden Sie Weihnachten verbringen?

Kaiser: Ich werde mit meiner ganzen Familie in den Winterurlaub nach Österreich fahren – und dort auch über den Jahreswechsel bleiben.



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