Sa., 28.10.2017

Pro & Contra Heiß diskutiert: Wie sinnvoll ist das Send-Sicherheits-Konzept?

Pro & Contra: Heiß diskutiert: Wie sinnvoll ist das Send-Sicherheits-Konzept?

Münster - 

Nicht nur auf dem Schlossplatz und im Internet wird heiß diskutiert, sondern auch in der Redaktion: Ist das Sicherheitskonzept auf dem Send überhaupt sinnvoll?

Von Björn Meyer, Martin Kalitschke

Pro: Kontrollen wirken

Wer auf den Send will, muss scharfe Sicherheitskon­trollen an den Eingängen passieren. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes durchsuchen Rucksäcke und Taschen, die Polizei zeigt an jedem Eingang Präsenz. Zudem sind alle Auffahrmöglichkeiten mit Blockaden gesichert. Dies zeigt, dass die Ordnungsbehörden das Thema Sicherheit ernst nehmen. Potenzielle Täter müssen damit rechnen, bereits am Eingang abgefangen zu werden – und das ist ein Signal nicht nur an jene, die etwas im Schilde führen, sondern auch an die Besucher. Ihr Sicherheitsgefühl wird durch solche Maßnahmen deutlich erhöht.

Natürlich gibt es keine absolute Sicherheit. Ein Restrisiko bleibt, man würde es nur eliminieren können, wenn man den Send komplett absagt. Doch das kann nicht die Lösung sein, denn dann würde man vor dem – zum Glück nur hypothetischen – Terror kapitulieren.

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Im Übrigen zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern, dass Eingangs- und Taschenkontrollen nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv die Sicherheit erhöhen. In Israel sind solche Maßnahmen Alltag, ohne Kontrollen konnt man in kein Einkaufszentrum und keinen Bahnhof. Angriffe und Anschläge gibt es an solchen Orten kaum noch – dies belegt die Wirksamkeit solcher Maßnahmen.

Martin Kalitschke

Contra: Ramsch am Rummel

Dass sich die Behörden Gedanken um die Sicherheit von Besuchern und Schaustellern machen, ist ohne Zweifel lobenswert. Doch zumindest ein Teil der getroffenen Maßnahmen ergibt wenig Sinn. Sollte wirklich jemand so viel kriminelle Energie aufbringen, um Waffen oder Sprengstoff mit auf den Send bringen zu wollen, der Täter könnte sich sein „Werkzeug“ ohne Probleme durch den Zaun reichen lassen. Oder, wenn er alleine agiert, es zuvor auf dem Gelände verstecken. Denn, und das ist Teil der Ironie, wenn der Send geschlossen ist, ist das Gelände geöffnet. Der nächtliche Brand am Karussell zeigt, wie es dann um die Sicherheit bestellt ist. Und überhaupt – zäunen wir den Wochenmarkt jetzt auch ein? Und den Promenadenflohmarkt?

Dass am Eingang Besucher ihre Taschen und Rucksäcke öffnen müssen, während wenige Meter weiter auf dem Gelände Messer verkauft werden, ist nicht nachvollziehbar.

Diese angeblichen Sicherheitsmaßnahmen kosten Geld, immerhin gilt es, Zäune und Personal zu bezahlen. Doch Aufwand und Ertrag sind, bei aller positiven Absicht, nicht im Einklang. Im Ergebnis wirkt die derzeitige Umsetzung wie ein Regenschirm, den man nicht aufklappen kann. Er gaukelt dem Betrachter vor, sein Besitzer könne nicht nass werden, während dieser hofft, dass es nicht regnet.

Björn Meyer

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