Do., 02.11.2017

Frauenstammtisch in Albachten Debattierfreudige Damenrunde

Eine freundschaftlich verbundene Gemeinschaft: der Albachtener Frauenstammtisch mit Leiterin Ulrike Czerny-Domnick (2.v.l.).

Eine freundschaftlich verbundene Gemeinschaft: der Albachtener Frauenstammtisch mit Leiterin Ulrike Czerny-Domnick (2.v.l.). Foto: ann

Münster-Albachten - 

Seit mehr als 30 Jahren treffen sich Frauen aus Albachten regelmäßig bei ihrem eigenen Stammtisch, diskutieren, tauschen sich aus, planen Unternehmungen. Alle Frauen schätzen die besondere Gemeinschaft ihrer Runde, die 1986 ins Leben gerufen wurde.

Von Annegret Lingemann

Zwölf Damen sitzen bei angeregter Unterhaltung im Sportlerheim des SV Concordia. Es ist der Frauenstammtisch Albachten, initiiert durch Frauen des SPD-Ortsvereins. Allerdings sieht sich die Gruppe ausdrücklich überparteilich. Zwei dicke Fotoalben dokumentieren das abwechslungsreiche Miteinander der Runde, die seit mehr als 30 Jahren besteht.

Die ersten Bilder und Eintragungen lassen sich durch die Frisuren und die Mode unschwer in die 1980er- Jahre datieren. Tatsächlich fand die Geburtsstunde des Stammtisches am 18. Juli 1986 im Wohnzimmer von Isa Müller-Ehrenberg statt. Seitdem treffen sich die Frauen regelmäßig jeden vierten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr im Sportlerheim und neuerdings seit März auch jeden zweiten Mittwoch nachmittags um 15 Uhr in wechselnden Cafés des Ortes.

Von den sieben Gründungsmitgliedern sind – nach dem Wegzug einer Weggefährtin – noch zwei regelmäßig dabei: Erika Siekmann und Martina Jörden. Im Laufe der Jahre war der Stammtisch aber auch immer offen für neue Teilnehmerinnen. Gerade diese Offenheit wird von vielen der Frauen besonders geschätzt. „Hier wird lebhaft und auch oft kontrovers diskutiert“, sagt Ulrike Czerny- Domnick, Vorsitzende des Ortsvereins Albachten. „Gerade die vielen unterschiedlichen Meinungen bringen einen doch letzten Endes weiter.“

So werden Ideen zur Infrastruktur des neuen Baugebietes besprochen und Überlegungen zur Behebung eines Notstandes angestellt: In Albachten fehlt bekanntlich eine Kneipe. Auch für Neuzugezogene und alleinstehende Frauen sei der Stammtisch interessant. Sie fänden hier schnell Kontakt und könnten sich auf bestehende interne Netzwerke verlassen, sagen die Stammtischfrauen.

Das „Küken“ der Runde, die 37-jährige Fenna Neuborn, hat das selber so erfahren. „Ich bin in einem Dorf mit 700 Einwohnern groß geworden, da gab es viele generationsübergreifende Runden und man war immer bestens informiert. Hier ist das ähnlich. Auch hier sitze ich an der Quelle – und charakterlich ist der Stammtisch ein Volltreffer!“

Diese Gemeinschaft ist für Ursula Elferich so bedeutsam, dass sie eigens aus Häger „anreist“. Sie ist 75 Jahre alt und seit einem knappen Jahr Witwe. „Die Gemeinschaft trägt einen“, sagt sie. Drahtzieherin und gute Seele des Stammtisches ist, da sind sich alle einig, Ulrike Czerny-Domnick. Es gibt feste immer wiederkehrende Programmpunkte im Jahr, vom Fischessen an Aschermittwoch über Ausflüge und mehrtägige Kurzreisen bis zum traditionellen Gang über den Essener Weihnachtsmarkt und ein Weihnachtsessen. „Ulrike plant, organisiert und schnürt uns das Rundum-sorglos-Paket, loben die Damen ihre Vorsitzende.



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