Do., 02.11.2017

Sicherheit und Ordnung auf Zentralfriedhof Im Einsatz als Wächter der Totenruhe

Für Dave Martin ist die Bewachung des Zentralfriedhofs Chefsache. Mit dabei ist die Deutsche Schäferhündin Holly, die den richtigen Riecher für böse Buben hat.

Für Dave Martin ist die Bewachung des Zentralfriedhofs Chefsache. Mit dabei ist die Deutsche Schäferhündin Holly, die den richtigen Riecher für böse Buben hat. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Der Zentralfriedhof in Münster ist eine besondere Kulturstätte, die von Dave Martin auch bei Dunkelheit im Auge behalten wird. Mit Holly an der langen Leine schaut er zu unterschiedlichen Zeiten nach dem Rechten.

Von Maria Meik

Schlüssel, Schutzweste, Blinklampe und Holly an einer zehn Meter langen Leine – wenn andere es sich zu Hause gemütlich machen, es abends später und später wird, wenn es draußen regnet, stürmt oder schneit, fährt dieser Mann mit seinem schwarzen Firmenwagen an der Friedhofskapelle des Zentralfriedhofs an der Robert-Koch-Straße vor. Mit an Bord ist mal Holly und mal Amarok – zwei Deutsche Schäferhunde mit der richtigen Spürnase für alles, was auf dem Friedhof nicht mit rechten Dingen zugeht.

Dave Martin hat die Schlüsselgewalt über das 14 Hektar große Areal in Aasee-Nähe. Er ist der Wächter der Totenruhe auf dem ökumenischen Friedhof mit rund 32.000 Grabstellen und drei Eingängen, deren Eisentore er abschließt. Zu unterschiedlichen Zeiten kreuzt der Wachmann dort das ganze Jahre über auf, marschiert bei Dunkelheit die Haupt- und Nebenwege ab, schaut auch außen herum, ob alles seine stille Ordnung hat und dass keiner auf dem Friedhof eingeschlossen wird.

„An dem Ort mit täglich einigen Tausend Besuchern und einem 14-Stunden-Betrieb wird der Sicherheitsdienst sehr geschätzt“, sagt Dr. Ralf Hammecke, Geschäftsführer der Friedhofskommission.

"Sicherheit ist Chefsache"

Dave Martin und seine Frau Angela haben einen Securityservice mit Firmensitz in Ascheberg und sind auch im Ruhrgebiet unterwegs, um Objekte und Baustellen zu schützen. „Die Sicherheit des Zentralfriedhofs ist Chefsache“, schmunzelt Dave Martin, der aus Truro, Verwaltungssitz der englischen Grafschaft Cornwall, stammt und seit 20 Jahren den Zen­tralfriedhof bewacht. Für den 53-Jährigen ist es ein Traumjob an der frischen Luft – umgeben von Grün und Grabsteinen.

An Allerheiligen und Allerseelen sind Menschenmassen auf dem Zentralfriedhof unterwegs. Unzählige Kerzen werden an den stillen Tagen auf den Gräbern im Gedenken an die Verstorbenen aufgestellt, besonders in der Maria-Euthymia-Gedenkstätte, die sich in ein Lichtermeer verwandelt. Dort steht auch ein Spendenkasten. Und aus dem wollte ein Dieb Geld herausfischen. Doch Dave Martin war schneller. „Ich habe ihn geschnappt und die Polizei gerufen.“

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Kuriose Erlebnisse

Der Wächter der Kulturstätte vermittelt Sicherheit, wenn er dort mit Menschen in Kontakt tritt und beispielsweise alte Damen darauf hinweist, ihre Handtaschen bei der Grabpflege nicht unbeaufsichtigt abzustellen. In seiner Heimat hat er die militärische Akademie besucht und war als junger Mann unter anderem im Golfkrieg sowie in Nordirland im Einsatz. Der britische Soldat und Vater von fünf Kindern war in Münster stationiert und wohnte am Hohen Heckenweg, bevor er sich mit seinem Sicherheitsdienst selbstständig machte.

Dave Martin trifft auf Bettler und auf Jogger und erlebt so manche Geschichte auf dem Zentralfriedhof. Als da wäre ein leicht angetrunkener Mann, der nachts über die Mauer kletterte, um seiner Omi den versprochenen Blumenstrauß zu bringen. Oder da gab es den alten Herrn, der verwirrt war und das Grab seiner Frau suchte. Martin half ihm mit einem weißen Porzellanengel weiter, den er zur besseren Orientierung auf das Grabfeld der Verstorbenen stellte.



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