Do., 02.11.2017

Spektrum 77: Ausstellung zum 40-Jährigen im Krameramtshaus Triptychon aus 54 Bildern

54 Einzelwerke der Mitglieder von Spektrum 77 sind in diesem Triptychon enthalten. Christa Wetter hat zum Jubiläum der Künstlergruppe aus dem Sammelsurium ein Gesamtwerk zusammengepuzzelt.

54 Einzelwerke der Mitglieder von Spektrum 77 sind in diesem Triptychon enthalten. Christa Wetter hat zum Jubiläum der Künstlergruppe aus dem Sammelsurium ein Gesamtwerk zusammengepuzzelt. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Jeder für sich und zugleich alle für eins. Was für die „Spektrum 77“-Mitglieder bislang jeweils für das Thema ihrer Jahresausstellung galt, hat die Künstlergemeinschaft zum 40-jährigen Bestehen erstmalig auf ein Gemeinschaftswerk ausgeweitet. Das Ergebnis der Maler, Zeichner, Drucker und Bildhauer ist verblüffend.

Von Gerhard H. Kock

Fotostrecke: Spektrum 77 im Krameramtshaus

Im Atelier von Angelika Kinscher hatten sich Mitglieder getroffen und überlegt, mit welcher Technik noch keiner vertraut war, auf dass ein jeder das Neue erprobe: Es wurde die Monotypie „Gelatinedruck“. Ob Bildhauer oder Grafiker, jeder schuf im gleichen Format farbige Werke. Christa Wetter hat das Wunder vollbracht, aus 54 ausgewählten, höchst unterschiedlichen Kleinformaten ein Triptychon zu ordnen und formen, in dem sich jeder wiederfindet und das zugleich einen einheitlichen Eindruck macht.

Das Gemeinschaftswerk ist eines in der Jubiläumsausstellung zum Thema „Farbe bekennen“. 27 der heute 33 Mitglieder haben sich daran beteiligt, die unterschiedlichsten Aspekte ihres Jahresthemas zu beleuchtet. Und es ist viel Politisches dabei . . .

Durchaus mit Optimismus: Marianne Borchard feiert mit gestischer Malerei in „12 Stars on Blue“ Europa und in „Aufschwung“ Deutschland. Fröhlich stellt Ilse Wittkampf ihre schräg bunte Keramik „Das europäische Haus“ vor. Und in Kinschers Raku „Gegen Hass und Gewalt für ein buntes Miteinander“ sprengt ein Mensch seine Mauern. Wolfgang Bernd stellt in seinem Aquarell „Standpunkte“ in kubistisch kristalliner Manier hierarische und demokratische Kommunikation nebeneinander.

Irmhild Berends hingegen vermittelt in ihrer Malerei „Unruhige Zeit“ (verschwommen und brüchig zugleich) das schmerzlich Ungewisse. Die aktuelle Flüchtlingssituation ist in Christa Wetters „See(h)not“ verborgen, wo in schimmeriger Ferne ein sinkendes Boot Menschen dem Schicksal im Meer überlässt. Und Detlef Dirksen zeigt nicht nur das „letzte Boot Hoffnung“, sondern auch Jesu am Kreuz hinter Absperrstacheldraht.

Spielerisches Farbenspiel hat aber ebenfalls seinen Platz wie in Paul Bönninghausens Malerei-Collagen mit Technik-Teilen, bei Helga E. Müller mit der Farbe als Freude wie „Rot = Lust und Verführung“ oder bei Ingrid Reichel, die eine Frau mit Mut zur Farbe porträtiert hat.

Zum Thema

Die Eröffnung ist am Freitag (3. November) um 18 Uhr im Krameramtshaus, Alter Steinweg 6/7. Musikalische Rhythmen steuern Cecilia Rubio Zamora (Violoncello) und Aurelien Montanari (Klavier) bei.



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