Do., 02.11.2017

Gedenkfeier am 9. November in der Synagoge Erinnerung an die Reichspogromnacht von 1938

Im Gedenken an die Pogrome wurde auch 2016 in der Synagoge eine Feierstunde abgehalten.

Im Gedenken an die Pogrome wurde auch 2016 in der Synagoge eine Feierstunde abgehalten. Foto: ohw

Münster - 

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit erinnert am 9. November in der Synagoge an die Pogrome der "Reichskristallnacht". Am 12. November wird sie 60 Jahre alt.

Von Klaus Möllers

Dass eine Partei "mit 91 Abgeordneten im Bundestag sitzt", sagt Jürgen Hülsmann, aus deren Reihen ein Landesvorsitzender meine, die Erinnerung an die Judenverfolgung sei "dämliche Bewältigungspolitik", könne "nicht unbeantwortet bleiben".

Hülsmann ist Pfarrer im Ruhestand und einer der drei Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Gedenken an Gewalttaten

Am 9. November – dem Jahrestag der Reichspogromnacht während der Nazi-Diktatur – wird der Verein erneut gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde der Gewalttaten gegenüber jüdischen Menschen und Einrichtungen im Jahr 1938, speziell in Münster, gedenken. In der Synagoge an der Klosterstraße.

Klare Ansagen

"Von jeher werden bei der Veranstaltung klare Ansagen gemacht", betont Hülsmann und bezieht sich beim Blick auf den Bundestag auf die Partei Alternative für Deutschland (AfD).

Bekannte Gastredner

Er erinnert zugleich an bekannte Persönlichkeiten, die sich bei Gedenkfeiern in den Vorjahren gegen nationalistische Tendenzen und "geistige Brandstifter", wie er sagt, ausgesprochen hätten.

Gastredner sei diesmal der ehemalige Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Alfred Buß. Der Titel seiner Rede laute "Wurzeln der Entmenschlichung". Beginn der Feier ist um 11 Uhr.

Verein wird 60 Jahre alt

Für den Verein, der die Verständigung von Christen und Juden fördert, steht noch ein wichtiger Termin an, denn er wird 60 Jahre alt.

Aus "Tee-Nachmittagen", berichtet der Geschäftsführer des Vereins, Andreas Determann, sei der Verein 1954 für Dortmund und Münster entstanden. 1957 gründete die Münster-Gruppe einen eigenen Verein.

Jüdische Menschen, die nach dem Krieg aus dem Exil zurückkehrten, und Nicht-Juden seien dort zusammengekommen. Welcher Arzt oder Jurist etwa war hinsichtlich NS-Verbrechen unbelastet? "Zu wem konnte man gehen?"

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Es ging auch um ein Orientieren, um Kontakte.

Andreas Determann

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Zweitgrößte Gruppe in Deutschland

Mit rund 550 Mitgliedern sei die münsterische Gesellschaft heute die zweitgrößte der 84 Gruppen in Deutschland.

Am 12. November findet ab 17 Uhr eine Feier zum Jubiläum im Rathausfestsaal statt. Gastredner ist Dr. Jürgen Matthäus vom United States Holocaust Memorial Museum in Washington.



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