Sa., 04.11.2017

Gedenken an im Konzentrationslager Ermordete Stolpersteine erinnern an Familie

Nachfahre Horst Lübke hielt eine kurze Rede, in der er betonte, wie wichtig das „Kümmern“ auch um Geschichte sei. Währenddessen setzte Gunter Demnig die Steine ein.

Nachfahre Horst Lübke hielt eine kurze Rede, in der er betonte, wie wichtig das „Kümmern“ auch um Geschichte sei. Währenddessen setzte Gunter Demnig die Steine ein. Foto: klm

Münster - 

Persönlich ist Horst Lübke seinen im Konzentrationslager ermordeten Verwandten nicht begegnet. Dafür ist er zu jung. Aber sie seien immer Teil seiner Familiengeschichte gewesen, sagte der Metelener am Freitag, als zum zweiten Mal „Stolpersteine“ zum Gedenken an Opfer der Familie in den Gehweg eingesetzt wurden. Direkt vor dem Eingang des früheren Wohnhauses seiner Verwandten an der Überwasserstraße 34, das in den 1940er-Jahren Nummer 18 der Ribbergasse war.

Von Klaus Möllers

Vor sieben Jahren war der erste Stolperstein mit Erinnerungsdaten an Anna Lübke in das Pflaster eingearbeitet worden. Sie war Horst Lübkes Großmutter. Am Freitag nun platzierte – erneut – Künstler Gunter Demnig aus Elbenrod in Hessen vier Steinwürfel mit Messingoberflächen um den ersten Erinnerungskubus herum. Sie stehen für Kinder Anna Lübkes, die ebenfalls Opfer des nationalsozialistischen Rassen-Hasses waren.

Auf einem Stein heißt es: „Hier wohnte Karola Lübke. Jg. 1923. Verhaftet: 9.3.1943. Deportiert: 1943 Auschwitz. Ermordet: 24.12.1943“. Peter Schilling vom Verein „Spuren finden“, der das Projekt „Stolpersteine“ maßgeblich trägt, schilderte, wie die Verhaftungen abgelaufen sein müssten. An dem Tag seien Sinti und Roma auf den Syndikatplatz gebracht und zwischen Stacheldraht eingeschlossen worden. „Darunter Anna Lübke mit ihren Kindern“, so Schilling: Therese (15), Karl (18), Karola (19) und Franz (23).

Auch in Hamm seien damals Familienmitglieder verhaftet und wie die Münsteraner einige Tage später nach Auschwitz deportiert worden, erklärte Horst Lübke. Seine Mutter habe überlebt, weil sie auf der Deportationsliste vergessen worden sei.

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