So., 05.11.2017

Veranstaltung im Rathaus „Märchenwochen“ feiern den 25. Geburtstag

25 Jahre Märchenwochen: An der Festveranstaltung im Rathaus waren neben den Märchenerzählern (v.l.) Jürgen Janning, Christel Bücksteeg, Christiane Willms und Ursula Thomas (2.v.r.) auch Pianist Marcus Fischer (3.v.r.) Barbara Stober (M.) und Rob Wietschut dabei.

25 Jahre Märchenwochen: An der Festveranstaltung im Rathaus waren neben den Märchenerzählern (v.l.) Jürgen Janning, Christel Bücksteeg, Christiane Willms und Ursula Thomas (2.v.r.) auch Pianist Marcus Fischer (3.v.r.) Barbara Stober (M.) und Rob Wietschut dabei. Foto: ah

Münster - 

Die „Münsterschen Märchenwochen“ gibt es seit einem Vierteljahrhundert. Das wurde im Rathaus-Festsaal gebührend gefeiert.

Von Maria Conlan

Es war einmal. . .: Am 11. November 1993 wurde der Rathausfestsaal zum Kreißsaal – und Jürgen Janning zum Geburtshelfer. So beschrieb Veranstalter Rob Wiltschut, Leiter der Evangelischen Familienbildungsstätte Münster (Fabi), die Entstehung der „Münsterschen Märchenwochen“ vor 25 Jahren. Zu Jubiläumsfest und Auftakt der aktuellen Märchenwochen wurde am Freitagabend an den selben Ort eingeladen.

Erster Erzähler vor 25 Jahren war – wie am Freitag – Janning, der den Erzählfestreigen mit dem letzten Märchen der Gebrüder Grimm startete und den Auftakt bot zu einem märchenhaften Jubiläumsfest mit Musik und Gesang, tanzender Erzählerin und erzählendem Organisator, einem mitsingenden Publikum, Getränken, Buffet und Märchen satt.

Erzählt wurde von gebratenen und lebenden Hühnern, dem goldenen Schlüssel und dem liebenden Kaiserpaar, der Schönen aus dem See und der venezianischen Alten, die zur jungen Ehefrau mutiert. Eine Katze verschlang die Sonne und Hänsel den Knödel – wie eine Perlenschnur reihte sich Märchen an Märchen an diesem Abend, angereichert mit verträumten und swingenden Melodien, dank Marcus Fischer am Flügel. Dabei griff der Musiker nicht nur Stimmungen auf, sondern sogar den Gesang einer Geschichte. Es hätte noch stundenlang so weiter gehen können. Die Erzähler Janning, Christel Brücksteeg, Ursula Thomas und Christiane Willms zogen das Publikum mit Mundarterzählungen und internationalen Märchen in ihren Bann, schufen mit ihren Worten Bilderwelten in den Köpfen der Zuhörer.

Als „Leuchtturm“ bezeichnete Barbara Stober, Vorsitzende des Trägervereins der Fabi, die Reihe. Und dieser leuchtet nun noch bis Ende November mit After-Work-Märchen und Lesung unter Sternen, der kleinsten Bühne der Welt und plattdeutschen Geschichten, musikalisch Märchenhaftem und vielen Märchenstunden für Kinder und Erwachsene.

Die Idee zur Märchenwoche entstand im Jugendamt, wo Wiltschut damals tätig war. Brücksteeg organisierte das Programm, bis vor zehn Jahren Ursula Thomas diese Aufgabe übernahm. Der Dank am Jubiläumsabend galt den vielen Mitarbeitern der Fabi, deren Organisation diese Erzählerlebnisse möglich machen, und dem Publikum, das sich in einen märchenhaften Bann ziehen ließ.

Drei Fragen an Christel Brücksteeg und Rob Wiltschut

Was macht ein Märchen aus?

Brücksteeg: Das Wunderbare, dass sie die großen Stationen des Lebens erzählen, dabei auch unterhalten – ein weites Spektrum.

Haben Sie ein Lieblingsmärchen?

Brücksteeg: Schwierig, es gibt so viele schön, tolle und ungewöhnliche Märchen.

Wiltschult: Als Kind Rumpelstilzchen und Die sieben Schwäne, als Erwachsener Eisenhans. Es gibt Märchen für jede Lebensphase.

Welche Bedeutung haben Märchen heute?

Wiltschut: Erzählen hat mit Kommunikation zu tun, weckt gemeinsame Bilder, das Gespräch zwischen Kinder und Erwachsenen ist wichtig, gerade in der digitalisierten Welt. Märchen haben insofern Zukunft. 



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