Mo., 06.11.2017

Kundgebung auf dem Domplatz Heimatgefühle in ganz Europa

Eigene Ideen einbringen – das ließen sich viele Teilnehmer der „Pulse of Europe“-Demonstration nicht zwei Mal sagen.

Eigene Ideen einbringen – das ließen sich viele Teilnehmer der „Pulse of Europe“-Demonstration nicht zwei Mal sagen. Foto: Hasenkamp

Münster - 

Die Zahl der Teilnehmer an der Kundgebung der Bürgerbewegung „Pulse of Europe“ hat zwar etwas abgenommen, trotzdem möchte die Gruppe weiter am Ball bleiben. Erneut kam „Pulse of Europe“ am Sonntag zur Kundgebung auf dem Domplatz zusammen. Gastredner sprachen über Heimat.

Von Andreas Hasenkamp

„Pulse of Europe“ sieht sich als Bürgerbewegung – dem wurde die Demonstration in Münster am Sonntag auf besondere Weise gerecht. Das Ergebnis der Bundestagswahl sei „eine Zäsur“, so das Resümee von Christian Lüer, einem der Initiatoren; sie sei so bedeutend wie die erste von 1949, jene von 1983 mit dem Einzug der Grünen als vierte Kraft und jene nach der Wiedervereinigung. In Deutschland habe es den Anschein, die Dinge liefen, „aber Europa wartet“.

Erster Gastredner ist ein Niederländer mit zwei Heimatländern, Dr. Friso Wielenga von Zentrum für Niederlande-Studien. Ob er Richtung Niederlande oder Richtung Münster fahre, er freue sich immer auf eine Heimat. Mehrere Heimathäfen zu haben, das findet auch Corinna Streckfuß schön. Sie habe „13 Jahre in meiner Wahlheimat Oxford“ verbracht und zeigte sich erschrocken angesichts der „beispiellosen Hetzkampagne“, in der alles der EU angelastet worden sei. Fremdenfeindlichkeit sei en vogue, wer sich in seiner Muttersprache unterhalte, dem werde schon mal gesagt, er möge in „your country“ zurückgehen. Viele EU-Bürger in England dächten darüber nach; ihre Situation sei unsicher. Auch die Briten in anderen EU-Ländern seien häufig unsicher. Auch in England hätten die EU-Freunde sich organisiert.

Beim „Pulse of Europe“ dürfen auch andere ans Mikrofon. Ein junger Mann mit EU-Fahne als Halstuch, gerade von einem Jahr aus Lille zurückgekehrt, plädiert für „Kritik und Reformen“ in der EU, „damit wir Bürger auch etwas davon haben“, und bricht eine Lanze für die Zusammenarbeit. Ein anderer Redner kennt sich mit mehreren Staatsangehörigkeiten aus: Erst als Brite, dann als Ire, „seit zwölf Tagen bin ich Deutscher“. Noch ein Akt für Bürger folgte: Jeder konnte auf Zetteln seine Wünsche notieren und in eine Box einwerfen. Daran beteiligten sich viele Menschen.

Die Zahl der Teilnehmer sei „etwas rückläufig in Münster, genau wie in anderen Städten“, stellte Lüer am Sonntag fest. „Bleiben Sie uns treu“, bittet Kim-Leonie Kellermann. Schon im Januar könnte es weitergehen.



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