Di., 07.11.2017

40 Jahre Kinderschutzbund in Münster Kinder ernster nehmen

Gemeinsam stark für Kinder: Das 40-jährige Bestehen des Ortsverbands Münster des Kinderschutzbundes feierten unter anderem (v.l.) der Vorsitzende Christoph Heidbreder, Geschäftsführer Dieter Kaiser, Schirmherrin Ingrid Klimke, Oberbürgermeister Markus Lewe und Heinz Hilgers, Bundespräsident des Deutschen Kinderschutzbundes.

Gemeinsam stark für Kinder: Das 40-jährige Bestehen des Ortsverbands Münster des Kinderschutzbundes feierten unter anderem (v.l.) der Vorsitzende Christoph Heidbreder, Geschäftsführer Dieter Kaiser, Schirmherrin Ingrid Klimke, Oberbürgermeister Markus Lewe und Heinz Hilgers, Bundespräsident des Deutschen Kinderschutzbundes. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Sie kämpfen für die Rechte von Kindern, sie beraten und helfen, wo Not und Krisen eine Familie an ihre Grenzen bringt: Seit 40 Jahren gibt es den Kinderschutzbund in Münster.

Von Anna Spliethoff

„Man kann gar nicht genug Lobby für Kinder leisten“, findet Oberbürgermeister Markus Lewe. Um dem münsterischen Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) zum 40-jährigen Bestehen zu gratulieren, hatte er am Dienstag sogar die Sitzung mit dem Verwaltungsvorstand unterbrochen. Zwar nicht ganz ohne Sorgen – „hoffentlich wird die Stadt nicht gerade verkauft“ –, aber mit vielen guten Worten gratulierte er dem Verband.

Mit rund 100 Gästen feierten die Verantwortlichen des DKSB den runden Geburtstag im Rathausfestsaal. Geschäftsführer Dieter Kaiser, der selbst schon fast vier Jahrzehnte dabei ist, erinnerte mit alten Fotos an die Anfänge des Ortsverbands. Der heutige Vorsitzende Christoph Heidbreder erklärte zudem, wieso er sich für Kinder einsetzt: „Wir leben in einem reichen Land, aber es gibt viele Kinder, denen Steine in den Weg geleget werden.“

Im Mittelpunkt der Arbeit steht beim Kinderschutzbund vor allem die Beratung. „Darüber hinaus machen wir auch viel Präventionsarbeit, zum Beispiel in Grundschulen“, erklärte Heidbreder. Auch das Spielfest im Südpark, das jährlich zum Weltkindertag veranstaltet wird, sei wichtig. „Dort machen wir auf die Rechte von Kindern aufmerksam“, so Heidbreder. Als konkretes Ziel nannte er: „Kinder müssen ernster genommen werden.“

Auch Heinz Hilgers, Bundespräsident des DKSB, war gekommen, um seine Glückwünsche in Münster zu übermitteln. Bei seiner Festrede betonte er vor allem, dass in Deutschland etwa 2,7 Millionen Kinder in Armut leben. Das seien 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Und das, obwohl es etwa 20 Prozent weniger Kinder gebe. „Kinderarmut verwächst sich nicht, sie wird zur Jugendarmut“, betonte Hilgers. Doch es gehe noch weiter: Aufgrund mangelnder Politik seien Kinder zum „größten Armutsrisiko“ geworden.

Oberbürgermeister Lewe lobte den Ehrgeiz der sechs Hauptamtlichen und über 100 Ehrenamtlichen in Münster. „Die Stimme für unsere Kinder zu erheben, wird in Zukunft noch viel wichtiger werden“, sagte er. Das „Kostbarste in unserer Gesellschaft“, so sagte er, sei es „Kinder zu haben“.



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