Di., 07.11.2017

Erörterungstermin zu den Windrädern in Sandrup Ein Ortstermin folgt

Die Interessengemeinschaft Sandrup nahm am Dienstag die Gelegenheit wahr, ihre Fragen und Anliegen beim Erörterungstermin bei der Bezirksregierung einzubringen.

Die Interessengemeinschaft Sandrup nahm am Dienstag die Gelegenheit wahr, ihre Fragen und Anliegen beim Erörterungstermin bei der Bezirksregierung einzubringen. Foto: kaj

Münster-Sandrup - 

Eine Entscheidung gab es noch nicht. Aber es wird noch einen Ortstermin geben innerhalb des Genehmigungsverfahrens für Windräder in Sandrup.

Von Katrin Jünemann

Die Stadtwerke Münster möchten in Sandrup zwei Windräder errichten. Die Interessengemeinschaft Sandrup wendet sich gegen dieses Vorhaben. Am Dienstag war der Erörterungstermin für das Genehmigungsverfahren im Freiherr-vom-Stein-Haus der Bezirkregierung Münster.

Dezernent Wolfgang Hennemann moderierte den öffentlichen Termin. Neben den Dezernaten der Bezirksregierung waren unter anderem neben den Stadtwerken, ihrem Rechtsanwalt und ihren Gutachtern das Bauordnungsamt der Stadt Münster, der Naturschutzbund sowie die Interessengemeinschaft Sandrup vertreten.

Die Interessengemeinschaft monierte, dass sie sich hinsichtlich des Erörterungstermins nicht hinreichend informiert sehe, da sie erst aus der Presse vom Termin erfahren habe. Dezernent Hennemann hielt dem entgegen, dass die Bekanntmachung in Amtsblatt und Presse Usus sei.

78 Einwendungen zum Verfahren, das unter der Überschrift „Sandruper See“ läuft, hatte es gegeben. Sie wurden nicht einzeln vorgetragen, es ging thematisch zur Sache.

Dezernent Wolfgang Hennemann informierte eingangs über das Verfahren. Es handele sich bei dem Genehmigungsverfahren um eine gebundene Entscheidung: Das bedeute, wenn alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt seien, müsse die Genehmigung erteilt werden.

Hennemann: „Es gibt keine Ermessensentscheidung.“ Auch der Bedarf, ob eine Wind-Energieanlage notwendig sei, werde nicht geprüft. Die Baugenehmigung gehöre zum Verfahren. Federführend sei die Bauordnungsbehörde der Stadt Münster. Zur optisch bedrängenden Wirkung gebe es zwar eine Koalitionsvereinbarung der Landesregierung in puncto Mindestabstand und einen neuen Windenergieerlass – doch in einen gesetzlichen Rahmen umgesetzt sei das noch nicht. So gälten bei der Beurteilung noch die derzeit gültigen Bedingungen, erläuterte Hennemann.

Er betonte: „Es wird heute keine Entscheidung über den Antrag getroffen. Wir brauchen Informationen, ob wir die Genehmigung erteilen können.“ Der Bescheid werde öffentlich bekannt gemacht, liege 14 Tage öffentlich aus. Es gebe das Recht, einen Monat lang Klage zu erheben. Soweit der Rahmen.

Im Laufe der Erörterung stellte sich heraus, dass auf dem Lageplan der Stadtwerke ein Wohnhaus, das über 30 Jahre in Sandrup steht, fehlte sowie ein, wie es hieß, regelmäßig genutztes Wochenendhaus. Die Stadtwerke betonten, sie hätten ihre Daten von der Bezirksregierung Köln. Dezernent Hennemann sicherte zu zu prüfen, wie aktuell das verwendete Kartenmaterial sei.

In Sandrup geht es nach Darstellung der Stadtwerke um zwei Anlagen mit einer Gesamthöhe von 150 Metern, einer Naben-Höhe von 85 Metern sowie einem Rotorendurchmesser von 130 Metern. Das bedeutet, die Rotoren enden 20 Meter über dem Boden.

Das war ein Punkt, an dem der Naturschutz ins Spiel kam. Denn das ist eine Höhe, in der auch in Sandrup Fledermäuse fliegen. Nach Ansicht der Naturschutzbehörde sollte deshalb an der Unterkante der Rotorenhöhe gemessen werden, ob die Anlage nach bestimmten Kriterien bezüglich Temperatur und Windgeschwindigkeit abgeschaltet werden muss oder nicht. Der Naturschutzbund schlug vor, über zwei Jahre eine externe Messung in 20 Metern Höhe durchzuführen und regte auch hinsichtlich der Vögel eine „Schlagopfer-Suche“ an.

Schattenwurf, „optisch bedrängende Wirkung“ und Infraschall waren weitere Themen des Erörterungstermins, der noch nicht abgeschlossen ist. Denn es werde einen Ortstermin in Sandrup geben, sicherte Dezernent Hennemann mehrfach zu.

Bei dieser Gelegenheit sollen beispielsweise Differenzen bezüglich der Visualisierung der Windräder geklärt werden, die bei den Stadtwerken niedriger ausfallen als in den Berechnungen von Architekt Burkhard Bölling von der Interessengemeinschaft Sandrup.



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