Mi., 08.11.2017

Das Lied über die „Gute Stube“ Droiden mischen Münster-Musik

Ein Lied über den Dom fehlt Amin (l.) und Max – die beiden bilden „The Droids“ – noch. Promenade, Hafen, Aasee, Schloss und Prinzipalmarkt wurden schon vertont.

Ein Lied über den Dom fehlt Amin (l.) und Max – die beiden bilden „The Droids“ – noch. Promenade, Hafen, Aasee, Schloss und Prinzipalmarkt wurden schon vertont. Foto: Privat

Münster - 

Der Prinzipalmarkt aus der Vogelperspektive: Fahrräder holpern über das Kopfsteinpflaster, aus einem Lkw werden Schnittblumen ausgeladen, Fußgänger spazieren mit Einkaufstüten unter den Bögen des Rathauses hindurch. Es ist eine alltägliche Szene, die in dem Musikvideo zu sehen ist. Das Lied heißt „Gute Stube“.

Von Anna Spliethoff

Produziert haben es Amin und Max, zusammen nennen sie sich „The Droids“. Elektronische Klänge sind ihr Ding, als Duo sind sie mit Mischpult und Synthesizer unterwegs. Der Name, der übersetzt „Die Droiden“ heißt, hat einen simplen Hintergrund, erklärt Amin: „Wir sind beide riesengroße Star-Wars-Fans.“

Musikalisch und auch beruflich stehen Amin und Max noch ganz am Anfang – deshalb möchten sie ihre Nachnamen auch lieber nicht preisgeben. „Niemand weiß, wohin sich das mit der Musik entwickelt“, sagt Amin. Die beiden Studenten sind 22 Jahre alt. In Düsseldorf haben sie das gleiche Gymnasium besucht und zusammen Abitur gemacht. Zum Studieren sind sie vom Rhein an die Aa gekommen. Erst seit knapp einem Jahr treten die Hobbymusiker als „The Droids“ zusammen auf.

Doch die Musik ist für beide nicht neu. „Seit ich zwölf bin, interessiere ich mich für elektronische Musik“, sagt Amin. Im Alter von 14 hat er als DJ das erste Mal aufgelegt. Max hat eine vollkommen andere musikalische Vorgeschichte: „Ich habe schon vor der Grundschule angefangen, Klavier zu spielen.“ Irgendwann sei noch die Gitarre hinzu gekommen. Für Max ist die Mischung wichtig: „Amin hat technisches Wissen, ich musiktheoretisches. Das passt.“

Gepasst hat auch die Zusammenarbeit der beiden, sagt Amin: „Wir haben zwei Stunden Musik gemacht und das hat gut geklappt. Da haben wir gesagt, dass wir das öfter machen können.“ Relativ schnell folgte dann das Video, das den Prinzipalmarkt zeigt. Und noch vier andere an den wohl bekanntesten Orten der Stadt: Schloss, Aasee, Promenade und Hafen.

„Das sind Orte, an denen wir alltäglich vorbeikommen“, sagt Amin. Da sei schnell die Idee entstanden, Musik zu diesen Orten zu produzieren. Herausgekommen ist die EP „Münster Extended Play“. Auf dem Cover prangt ein weißes Fahrrad auf blauem Grund. Es ist das erste Projekt des Duos.

Gesang gibt es bei den Stücken von „The Droids“ nicht, nur elektronische Klänge. Auch die Videos sind schlicht: An allen Orten wird der Alltag gezeigt, Menschen die vorbeigehen, Segelboote auf dem Aasee. Keine Schnitte, keine Protagonisten. „Die Musik steht im Mittelpunkt“, sagt Max.

Langfristig soll die EP auch Gesellschaft bekommen. „Wir haben zum Beispiel noch kein Lied über den Dom“, sagt Amin. Auch unabhängig von Münster soll aber in Zukunft Musik entstehen. „Aber im Moment wollen wir eher die Sachen präsentieren und vor Leuten spielen, so eine EP entsteht ja schließlich eher im stillen Kämmerlein“, erklärt Max.

Deshalb spielen die Studenten Live-Sets. Während bei gewöhnlichen DJ-Sets Songs bekannter Künstler aufgelegt werden, spielen „The Droids“ bei den Live-Sets ihre eigenen Stücke – und das live. Das geht? „Das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit“, gibt Amin zu. Aber die beiden versuchen viel zu improvisieren und wenig vorzubereiten.

Für die Studenten bedeutet Musik, „alle Freiheit der Welt zu haben“, sagt Amin. Damit Geld verdienen wäre toll, sagt er, doch etwas anderes ist ihnen wichtiger: „Ein Traum wäre, dass wir möglichst lange zusammen Musik machen können.“

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Ab 15. November legen „The Droids“ alle zwei Wochen ab 20 Uhr im Fyal, Geisbergweg 8, auf.



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