Mi., 08.11.2017

Bus-Verweis für 15-Jährigen Bus-Verweis sorgt für viel Empörung

 

  Foto: Stadtwerke Münster GmbH

Münster - 

Die Stadtwerke haben auf den Fall des 15-Jährigen, der wegen angeblichen Schwarzfahrens trotz gültigen Tickets an einer Bushaltestelle ausgesetzt wurde, reagiert. Künftig werden nicht prüfbare Tickets nicht eingezogen und die Fahrt kann fortgesetzt werden.

Von Helmut P. Etzkorn

Der Fall des 15-jährigen Jan Merten, der am Sonntagabend trotz gültigem aber im Lesegerät der Kontrolleure nicht auslesbarem Schüler-Abo-Ticket als „Schwarzfahrer“ behandelt wurde und den Bus verlassen musste, hat für viel Empörung gesorgt. Und die Stadtwerke haben sofort Konsequenzen gezogen.

„Der Fall hat klar gezeigt, dass unsere Prozesse verbesserungswürdig sind“, sagt Stadtwerke-Sprecher Florian Adler. Nicht prüfbare Tickets im Bus werden ab sofort nicht mehr eingezogen. Fahrgäste, deren Tickets beschädigt sind, können mit ihrer Abokarte zunächst weiterfahren. Wenn bei einer Kontrolle ein Ticket nicht lesbar, aber gültig ist, kann es künftig vom Betroffenen unbürokratisch ausgetauscht werden.

Der aktuelle Vorfall

Vermeintlicher Schwarzfahrer: 15-Jähriger mit gültigem Ticket muss Bus verlassen

Adler: „Dafür hat der Fahrgast dann aber genug Zeit, da er ja sein nicht lesbares Ticket weiter benutzen kann.“

Ticket-Prüfer sensibilisieren

Dass der Hittorf-Schüler der Leidtragende war und an der Heroldstraße und damit weit entfernt von seinem Fahrtziel Albachten den Bus verlassen musste „tut uns sehr leid“, so Adler. Eine persönliche Entschuldigung zur Familie sei bereits unterwegs.

Adler: „Das bisherige Vorgehen mit dem sofortigen Einziehen des Tickets war nicht kundenfreundlich. Wir ärgern uns sehr darüber, dass für diese Erkenntnis ein Jugendlicher an der Haltestelle stehen bleiben musste.“ Mit den Prüfern sei ein Gespräch geführt worden. Weil Jugendliche bei den Stadtwerken grundsätzlich nicht des Busses verwiesen werden dürfen, werde man die Prüfer „noch einmal besonders für solche Fälle sensibilisieren“.

Klare Handlungsanweisungen 

Die SPD-Ratsfraktion spricht in einer Reaktion auf die Berichterstattung in dieser Zeitung von „einem Unding“. Doris Feldmann, schulpolitische Sprecherin der Fraktion: „Einen Busverweis für minderjährige Schüler darf es nicht geben.“

SPD-Ratsfrau Maria Winkel will sich im Stadtwerke-Aufsichtsrat dafür einsetzen, dass es „in Zukunft klare Handlungsanweisungen gibt“. So eine Situation dürfe sich nicht wiederholen.

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