Mi., 08.11.2017

Palliativversorgung Würde am Lebensende

Die Zukunft der Palliativversorgung im Blick: (v.l.) Moderator Dr. Norbert Tiemann, Dr. Hartmut Hoppe, Dr. Wolfgang Clasen, Leonhard Decker, Peter Jansen und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Die Zukunft der Palliativversorgung im Blick: (v.l.) Moderator Dr. Norbert Tiemann, Dr. Hartmut Hoppe, Dr. Wolfgang Clasen, Leonhard Decker, Peter Jansen und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Beim Talk im Foyer stand die Palliativversorgung im Blickpunkt der Diskussion.

Von Martina Döbbe

Ein Lebensende in Würde. Sterben ohne Schmerzen, ohne Kampf. Dafür aber mit Menschen an der Seite, die für einen da sind, die einen liebevoll begleiten und wissen, was todkranke Patienten brauchen. Alles nur Illusion? Weit weg von der Realität? „Nein“, sagt Dr. Stefan Nacke sehr entschieden. Der Initiator der Münsterinitiative der Domfreunde ist überzeugt, dass vieles in diesem Bereich schon „wunderbar aufgestellt ist und gut läuft“. Doch auch was gut sei, könne man vielleicht verbessern, noch breiter aufstellen – und vor allem auch noch bekannter machen.

Podiumsdiskussion mit Ärzten und Experten

Dafür holte der CDU-Landtagsabgeordnete am Dienstagabend eine kompetente Runde auf das Podium: Zum „Talk im Foyer“ in der Bezirksregierung richteten Karl-Josef Laumann (NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales), Dr. Wolfgang Clasen (Chefarzt am Hiltruper Krankenhaus und Ärztlicher Leiter der Palliativmedizin), Leonhard Decker (Pflegedirektor am Franziskus-Hospital), Peter Jansen (Palliativseelsorger) sowie Dr. Hartmut Hoppe (Hausarzt für Allgemein- und Palliativmedizin) den Blick auf „Die Zukunft der Palliativversorgung“.

Vieles, so Minister Laumann, sei mit der Verabschiedung des Palliativgesetzes im Bundestag gut auf den Weg gebracht worden. In NRW sei die Versorgung in diesem Bereich sowohl stationär als auch ambulant „in der Fläche gut verankert“. Für ihn – da folgte Kopfnicken aus der gesamten Runde – seien Palliativ-und Hospizwesen „die christliche Antwort auf jede lebensverkürzende Maßnahme“.

Besondere Bedeutung der Pflege

Die besondere Bedeutung der Pflege unterstrichen dabei sowohl Dr. Clasen als auch Leonhard Decker: „Die Pflegenden sind die Stützen dieser Stationen.“ Beide informierten zudem über die Palette der Möglichkeiten, die neben der medizinischen Versorgung zur Verfügung stehen, um Schwerstkranken zu helfen: „Musik- oder Aromatherapie, der Besuch eines Therapiehundes am Bett, das sind individuelle Ansätze, die Seele zu erreichen, zu entspannen, einen neuen Zugang zu Menschen zu finden.“

Ausbau von Plätzen geplant

Franziskus-Hospital und Hiltruper Krankenhaus – seit kurzem unter dem Trägerdach der Franziskus-Stiftung vereint – verfügen beide über eine Palliativstation. Probleme, möglicherweise Konkurrenz, gebe es nicht, versicherte Leonhard Decker auf Nachfrage von Moderator Dr. Norbert Tiemann. „Wir ergänzen uns gern, aber wir wetteifern nicht. Das ist in diesem Bereich nicht geboten.“ Die Hiltruper planen den Ausbau von sechs auf zehn Betten – ein Projekt, das die Münsterinitiative konkret durch Spendenaktionen unterstützen möchte.

Das große Interesse an der Auftaktveranstaltung der Talk-Reihe, zu der anfangs Regierungspräsidentin Dorothee Feller die Gäste als Hausherrin begrüßt hatte, bestärke weiterzumachen, unterstrich Dr. Nacke. Die Botschaft des Abends sei angekommen: „Eine gute Palliativversorgung gibt Sicherheit. Sie nimmt Angst vor einem schmerzhaften Lebensende, sie steht allen Forderungen nach aktiver Sterbehilfe entgegen.“

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