Mi., 08.11.2017

Derzeit läuft in Münster die „Männerwoche“ „Überall sind Frauen“

Andreas Stork ist einer von vielen, die an den Vorbereitungen für die Männerwoche ge­arbeitet haben.

Andreas Stork ist einer von vielen, die an den Vorbereitungen für die Männerwoche ge­arbeitet haben. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Mehr als ein Dutzend Veranstaltungen hat das Männerforum Münster für die Männerwoche geplant. Warum? Das erzählt mit Andreas Stork einer der Initiatoren.

Von Björn Meyer

Seit 23 Jahren organisiert das Männerforum Münster einen Männertag. In diesem Jahr ist zwischen dem 7. und dem 19. November daraus erstmalig eine ­sogenannte „Männerwoche“ mit insgesamt 14 Veranstaltungen geworden. Mit An­dreas Stork, einem der Initiatoren der Männerwoche, die unter dem Motto „Wir sind sichtbar – Männer zeigen sich“ steht, sprach unser Redakteur Björn Meyer.

Herr Stork, wann ist ein Mann ein Mann?

Stork: Gute Frage. Ich denke, wenn er sich einerseits zu seiner Männlichkeit bekennt, andererseits aber auch andere Aspekte seiner Persönlichkeitsstruktur akzeptiert, etwa das Weibliche, das ja auch jeder Mensch hat.

Ihr Verein Männerforum initiiert Männergruppen. Worum geht es da?

Stork: Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Vor über zehn Jahren kam ich aus einer Reha-Maßnahme. Zu der Zeit hatte ich viele weibliche Helfer um mich herum. Ich wollte aber auch männliche Ansprechpartner haben. So kam ich zur Männergruppe.

Es geht dabei aber nicht um Freundschaften, oder?

Stork: Das kann es natürlich. Aber es ist eher wie eine Art Selbsthilfegruppe, in der viele Bereiche zur Sprache kommen können. Arbeitsplatz, Sexualität, Emotionen oder auch spirituelle Glaubensfragen. Nur über Fußball und Sportwagen reden wir nicht. Das machen wir dann höchstens hinterher in der Kneipe(lacht).

Es geht also um Themen, die man nicht in der Öffentlichkeit und auch nicht mit jedermann bespricht.

Stork: In der Tat. Vertraulichkeit ist ein großer Punkt bei uns, auch gegenüber unseren Frauen, denn viele von uns, zumindest in meiner Gruppe, sind verheiratet. Die Gruppen richten sich an das Bedürfnis, dass Männer etwas zusammen tun möchten. Eine Art Gleichberechtigung für Männer. Heutzutage sind überall Frauen, das fängt schon im Kindergarten an. Erst seit ein paar Jahren scheint sich dieser Trend ein wenig umzukehren, ich denke da etwa an die Elternzeit, die heute ja auch Väter vielfach in Anspruch nehmen.

In diesem Jahr richten Sie die Männerwoche zum ­ersten Mal aus – was erwarten Sie sich davon?

Stork: Zuerst mal bin ich stolz darauf, dass sich so viele an den Vorbereitungen beteiligt haben. Das war viel Arbeit. Und dann hoffe ich natürlich, dass viele Besucher kommen. Wir wollen mitreißen und Möglichkeiten aufzeigen, sich mit der eigenen Männlichkeit auseinanderzusetzen. Ein Mann ist eben nicht nur Vater, Handwerker oder Sportfan. Es geht für ihn auch darum, sich zu hinterfragen. Warum meinetwegen kann ich es nicht haben, wenn mich einer schief anguckt?

Worauf freuen Sie sich am meisten während der ­Männerwoche?

Stork: Persönlich freue mich am meisten auf die Veranstaltung „Feuer machen mit primitiven Methoden“ (Anm. d. Red.: Diese findet Donnerstag sowie kommenden Donnerstag ab 17 Uhr am Aasee statt). Dieses Wilde, das interessiert mich, das erinnert mich an meine Heimat im Sauerland. Diese Natur dort, die fehlt mir hier.

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