Mi., 08.11.2017

„Deshalb sterben Männer früher“ Männerwoche: Umfangreiches Programm

Wider das „toxische“ Männergesetz argumentierte zum Auftakt der Männerwoche Björn Süfke (v. l.) als Gast bei Uwe Scheffler, Joachim Bergel und Thomas Hallas.

Wider das „toxische“ Männergesetz argumentierte zum Auftakt der Männerwoche Björn Süfke (v. l.) als Gast bei Uwe Scheffler, Joachim Bergel und Thomas Hallas. Foto: anh

Münster - 

Eine „Münsteraner Männerwoche“? Das gab es noch nie, bestätigt Uwe Scheffler vom Männerforum. Die Premiere startete am Dienstagabend. Eingebaut in die 14 Veranstaltungen bis zum 19. November an wechselnden Orten ist auch der Klassiker, der „Internationale Männertag“, mit dem Thema „Was tut mir gut als Mann?“. „Klassisch“ männlich geht es am Donnerstag zu, beim „Feuer machen mit primitiven Methoden“ am Aasee. „Krise als Chance“ lautet ein weiteres Thema, einmal geht es um „die bewusste Entscheidung, ein Vater zu sein“, und eine Männergruppe stellt sich vor, die für Neuzugänge offen ist. Männerfrühstück am Morgen, „Männer singen“ am Abend, Tanzen mit „Biodanza“, eine Lesung aus Urs Widmers „Buch des Vaters“, „Söhne werden Männer! Welches Männervorbild bin ich als Vater?“, „Vision Mann, klar und präsent“ mit schamanischen Techniken, und als Finale: „Was machen eigentlich Männergruppen“. Bei „Das Erleben von Männern als Opfer und Täter von häuslicher Gewalt“ am 13. November kooperiert das Männernetzwerk Münster mit Zartbitter Münster und der Caritas.

Von Andreas Hasenkamp

Das Männerforum ist Teil des Männernetzwerks Münster und wird unterstützt von der Stadt Münster.

Zum Auftakt gab es am Dienstag Aufforderungen insbesondere an Männer – der Psychologe und Psychotherapeut Björn Süfke, der seit 25 Jahren ausschließlich mit Männern arbeitet, vermittelte sie an etwa 60 Gäste, darunter fünf Frauen, im ­Generalvikariat. Er zollte den Veranstaltern Respekt: „Männergruppen, so was gibt es bei uns nicht“, sagte der Bielefelder. Männer sähen sich konfrontiert mit einem „Männergesetz“, das vieles verbietet – nicht der Beste zu sein, Gefühle zu zeigen. Es drohten Strafen wie „lächerlich gemacht zu werden“ oder „isoliert zu sein“. Seine Gefühle zu entdecken und auszudrücken sei nötig, sie zu unterdrücken mache dagegen krank: „Das ist toxisch.“ Besonders deshalb, so Süfke, würden Männer früher sterben. Männer sollten sich neu „erfinden“, nicht mit einem anderen „Gesetz“, sondern individuell, anarchisch. Sie sollten sich nicht festlegen lassen auf „Män nerberufe“ oder, dass Männer weniger geeignet seien, sich um ihr Kind zu kümmern.



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