Do., 09.11.2017

Live Tour 2017 Funk- und Soulmusiker Seven im Jovel

Seven 2017 im Jovel. Foto: Gunnar A. Pier

Seven 2017 im Jovel Foto: Gunnar A. Pier

Münster - 

Der schweizer Sänger Seven wird als hoffnungsvoller Funk- und Soulmusiker auf dem Sprung zum ganz großen internationalen Durchbruch gehandelt. Doch da gibt es ganz sicher noch weitere Qualitäten.

Von Ulrich K. Coppel

Die aktuelle Konzertreise steht unter dem Gliederungsthema „4 colours“. Am Donnerstagabend machte er zusammen mit seiner aus sieben weiteren Musikern bestehenden Band Station im gut besuchten Jovel.

Zu Beginn war die gesamte Bühne in tiefblaues Licht getaucht. Eine Offstimme erläuterte vorab die Bedeutung einzelner Lichtfarben für das Konzert. Blau stand für die Schmerzen und Einsamkeit der Welt. Sie soll an nordische Landschaften erinnern. Doch wenn man schon diese Klischees bemüht und dem Publikum zum Musikgenuss gezielt Bilder vor das innere Auge, zeichnet, dann mag die Frage erlaubt sein, wo eigentlich nordische Landschaften blau sind.

Fotostrecke: Seven 2017 im Jovel

Gewittersturm aus funkigem Groove

Man hörte spärlich instrumentierte Songs, in denen Seven mit hoher, klagender Kopfstimme sang. Schließlich entlud sich die so minutenlang aufgebaute Spannung in ein Gewittersturm aus funkigem Groove, mit in dem sich eine sehr gut aufeinander eingespielte Rhythmusgruppe (Philipp Scheidler, Bass, Massimo Buonanno, Schlagzeug, Micha Dettwyler, Percussion, mit perfekt akzentuierten Bläsern (Alex Hendriksen, Sax./ Fl., Lukas Thoeni, Flügelhorn/ Trp.) ergänzten. Gitarrist Raphael Jakob glänzte mit einem ersten Solo. Nie jedoch spielte er, oder auch Keyboarderin Rose Ann Dimalanta sich in den Vordergrund. Der Gesamtsound des Ensembles bildete stets den Haupteindruck. Niemals verzettelte man sich.

Beste Entertainmentqualitäten

Auf groovigen Wegen erreichte man mehr und mehr die Farbe gelb im Bühnenlicht. Sie symbolisierte Lebensfreude und Hoffnung. Das klang ein bisschen nach Earth, Wind and Fire. Während der Rot-Phase erklangen Songs aus Liebe und Leidenschaft. In der Anmoderation zu „Go slow“ das Sänger-Kollege Xavier Naidoo für ein Duett der beiden arrangiert hatte, bewies Seven beste Entertainmentqualitäten. Sodann heizte Dimalantas Rhodes-Pianosound mit funkigen Major-Akkorden ein. In Lilalicht getaucht erklangen schließlich minutenlange instrumentale Phasen, irgendwo zwischen Soul, Funk und Latin. Dem Publikum gefiel das sehr gut.

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