Do., 09.11.2017

Oberverwaltungsgericht Münster Islamverbände scheitern mit Klage zu Religionsunterricht

Oberverwaltungsgericht Münster: Islamverbände scheitern mit Klage zu Religionsunterricht

Die beiden Kläger sind islamische Dachverbände und verlangten vom beklagten Land NRW die Einführung islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach in den öffentlichen Schulen. Foto: dpa

Münster - 

Sind Islam-Verbände als Religionsgemeinschaften anzusehen – und dürfen damit rechtlich auf Augenhöhe mit der katholischen und evangelischen Kirche Re­ligi­ons­un­terricht anbieten? Diese Frage beantwortete das Oberverwaltungsgerichts Münster am Donnerstag mit „Nein″.

Von Elmar Ries

In NRW wird es keinen unbefristeten islamischen Religionsunterricht als Schulfach an öffentlichen Schulen geben, dessen Inhalte die beiden Muslim-Dachorganisationen Zentralrat der Muslime und der Islamrat maßgeblich allein gestalten. Das hat am Donnerstagmittag der 19. Senat des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Münster geurteilt.

Nach Ansicht der Richter sind die klagenden muslimischen Dachverbände "keine Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes".

Die beiden Verbände hatten gegen das Land NRW geklagt - und erwartungsgemäß verloren. An Schulen in NRW wird seit 2012 islamischer Religionsunterricht als Modellversuch erteilt.

Hier entscheidet ein Beirat über die Inhalte. Vier seiner acht Mitglieder werden von der Landesregierung ernannt, die anderen vier benennen die Islam-Organisationen. Das Modellvorhaben ist bis 2019 befristet.

Vertreter des Landes machten während der mündlichen Verhandlung jedoch deutlich, „ein großes Interesse“ an der Weiterführung zu haben.

Hintergrund

Darum geht es:  Muslim-Verbände wollen mehr Einfluss auf Islam-Unterricht



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5276719?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F