Fr., 10.11.2017

106. Geburtstag Wilhelmina Bartelsheim ist die älteste Bürgerin Münsters

Wilhelmina Bartelsheim

Wilhelmina Bartelsheim Foto: els

Münster - 

Wilhelmina Bar­telsheim feiert am Freitag ihren 106. Geburtstag – und ist damit die älteste Bürgerin der Stadt. Geboren wurde sie am 10. November 1911 in Sterkrade, einem Stadtteil von Oberhausen. „Das war aber Zufall“, sagt ihre Tochter Irmtraut Lange. „Ihre Eltern sind Holländer.“

Von Anna Spliethoff

Aufgewachsen ist Wilhelmina Bartelsheim in Den Haag. Dort hat sie auch ihren Ehemann Leo kennengelernt, der eine Schneiderwerkstatt in Münster besaß und später als Krankenpfleger arbeitete. Deshalb zog es auch Wilhelmina Bartelsheim nach Westfalen.

1934 heirateten Leo und Wilhelmina Bartelsheim, nur ein Jahr später kam Tochter Elisabeth zur Welt. „In den Kriegswirren wurde das Paar getrennt“, erzählt Irmtraut Lange, die 1951 geboren wurde. Zehn Jahre waren ihre Eltern während des Zweiten Weltkriegs und seinen Folgen getrennt. „Mein Vater war in russischer Gefangenschaft und ein Spätheimkehrer“, sagt die Tochter. Ihre Mutter sei nach Innsbruck und Lindau evakuiert worden. 1949 zog die Familie wieder nach Münster – und lebten zunächst in einem Bootshaus. Lange: „Nach einem Jahr haben sie eine Wohnung gefunden.“

Noch heute ist der 106-Jährigen ihre Religion sehr wichtig, sie ist Mitglied der Siebenten-Tags-Adventisten. In der protestantischen Freikirche war sie lange als Wohlfahrtsleiterin und in der Diakonie ehrenamtlich tätig. „Der Glaube hat ihr in allen Lebenslagen Kraft und Hilfe gegeben“, sagt ihre Tochter. Außerdem habe Wilhelmina Bartelsheim gerne gelesen und sei immer viel gereist, das gehe aber beides nicht mehr. Fast alle Länder Europas hat sie gesehen, auch in Israel war sie: „Mit 89 Jahren ist sie noch alleine nach Tunesien geflogen.“

Ihr langes Leben schreibt Wilhelmina Bartelsheim vor allem der gesunden Ernährung zu. „Sie hat nie Alkohol getrunken oder Schweinefleisch gegessen, stattdessen immer viel Obst und Gemüse“, sagt ihre Tochter. Trotzdem werde sie „langsam immer schwächer“, sagt Lange, „doch mit 106 ist das auch völlig okay.“



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