Fr., 10.11.2017

Kinderneurologiehilfe Münster Kampf zurück ins Leben

Beste Freunde: Gabriel kommt regelmäßig, um seinen Freund Tayler-Fynn auf der Frühreha-Station im Clemenshospital zu besuchen.

Beste Freunde: Gabriel kommt regelmäßig, um seinen Freund Tayler-Fynn auf der Frühreha-Station im Clemenshospital zu besuchen. Foto: Michael Bührke

Münster - 

Die Kinderneurologiehilfe Münster unterstützt Kinder, Jugendliche und ihre Familien nach einem Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma auf dem Weg zurück ins Leben.

Von Martina Döbbe

Es gibt gute Tage. Da guckt Tayler-Fynn hellwach, versucht zu sprechen, freut sich, wenn Mutti, Oma und Schwester an seinem Bett auf der Frühreha-Station im Clemenshospital sitzen, mit ihm sprechen, lachen und erzählen. Es gibt schlechte Tage. Da macht der Zehnjährige kaum die Augen auf, wirkt apathisch, scheint überhaupt nicht ansprechbar.

Für seine Mutter zählen nur die guten Zeiten: „Er ist ein Kämpfer, er hat schon soviel geschafft, er packt das. Wir packen das“, sagt sie. Sabrina Sobers pendelt täglich zwischen dem Hospital am Düesbergweg und ihrer Wohnung in Rheine. Dort ist der schlimme Unfall passiert, der das Leben der kleinen Familie von einer Sekunde auf die andere aus der Bahn geworfen hat. Beim Spielen in seinem Zimmer ist Tayler-Fynn an seinem Hochbett hängengeblieben – und hätte sich um ein Haar selbst stranguliert. „Fünf Minuten später, das hätte er nicht überlebt“, ist Sabrina Sobers dankbar für eine „innere Ahnung“, die sie ohne Grund in das Zimmer ihres Sohnes hat gehen lassen.

Von der Sekunde lief an diesem Junitag alles ab „wie ein Film“: Notarzt, Reanimation, Krankenhaus, mit dem Hubschrauber ins Essener Klinikum. Zweimal ist der Zehnjährige inzwischen am Kopf operiert worden, ein Teil der Schädelplatte muss entfernt werden, weil eine Hirnschwellung bedrohliche Formen annimmt. Die Ärzte legen ihn in ein künstliches Koma, immer wieder muss seine Mutter sich darauf einstellen, „dass es sehr kritisch ist, dass er nicht überlebt“. Ein multiples Organversagen drohe, haben ihr die Ärzte erklärt.

Fotostrecke: WN-Spendenaktion: Alle Projekte

Er hat überlebt – und ist seit dem 4. Oktober auf der Frühreha-Station im Clemenshospital. Dort werden alle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft – und erste, klitzekleine Erfolge sind spürbar, freut sich Dr. Candan Hütsch mit der Familie. Eine Prognose wagt dennoch niemand: „Wir müssen abwarten.“ Seine Mutter bleibt optimistisch, sie kennt ihren Sohn: „Er ist neugierig, agil, unternehmungslustig, hat mit Begeisterung Taekwondo gemacht, 1000 Käfer gesammelt und so gerne geforscht, um die Welt und die Natur zu begreifen.“

Im Clemenshospital hat Sabrina Sobers inzwischen schon die Kinderneurologiehilfe Münster kennengelernt und Gertrud Wietholt getroffen. Die Vorsitzende ist sicher, dass sie der Familie in Zukunft bei der Weichenstellung für das neue Leben sehr viel Unterstützung anbieten kann. Ob Gespräche, Begleitung zu Terminen oder Hilfe bei den teilweise sehr aufwendigen Formalitäten mit Kostenträgern: „In diesen Fällen sind wir für alles Ansprechpartner und versuchen, für jede Frage und für jedes Problem eine individuelle Lösung zu finden.“ Dazu zählt auch nach einer Reha die Unterstützung beim Übergang in die häusliche Umgebung.

Eine Zeit, die auch Sabrina Sobers schon vorbereitet – obwohl sie weiß, dass es noch dauern kann: „Wir gestalten sein Zimmer gerade komplett neu. Und hoffen so sehr auf den Tag, an dem er zu uns zurückkommt.“

WN-Spendenaktion: Vier Projekte, ein Konto

► Projekte: Kinderdialyse (Hilfe für nierenkranke Kinder), Entwicklungshilfe (im vom Erdbeben getroffenen Nepal sollen Schulen und Biogasanlagen gebaut werden), Kinderneurologiehilfe (Unterstützung für Kinder mit Hirnschädigung), Wohnhilfen (Wohnungslose sollen ein Zuhause bekommen).

► Auswahl: Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Sonst wird die Spende aufgeteilt. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist. Wer nicht im Spendenbarometer erwähnt werden möchte, soll ein „Nein“ vermerken.

► Konto: 8888 bei der Sparkasse Münsterland-Ost (BLZ 400 501 50); IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

► Rückfragen: Telefon 02 51 / 690 917 211



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