Fr., 10.11.2017

Im Innenleben der Justiz Petra Morsbach stellte ihr neues Buch vor

Prof. Dr. Martin Beckmann (Schriftführer der Juristischen Studiengesellschaft Münster, l.) mit Schriftstellerin Petra Morsbach und Manfred Koopmann (Vorsitzender der Juristischen Studiengesellschaft Münster).

Prof. Dr. Martin Beckmann (Schriftführer der Juristischen Studiengesellschaft Münster, l.) mit Schriftstellerin Petra Morsbach und Manfred Koopmann (Vorsitzender der Juristischen Studiengesellschaft Münster). Foto: jdu

Münster - 

Die Bestseller-Autorin Petra Morsbach gab am Donnerstag im Haus der Niederlande eine Lesung aus ihrem aktuellen Bestseller „Justizpalast“. Eingeladen wurde sie von der Juristischen Studiengesellschaft Münster.

Von Joris Duffner

Die Recherche für den Roman begann vor zehn Jahren am münsterischen Verwaltungsgericht. Manfred Koopmann, Vorsitzender der juristischen Studiengesellschaft und Präsident des Verwaltungsgerichts, erhielt damals die Anfrage, ob Petra Morsbach eine Hospitation für eine Buchrecherche machen könne. „Ich bin dann schnell zu der Erkenntnis gekommen, dass das ein sehr seriöses Vorhaben ist und man es wagen kann, jemanden so tief Einblicke in den Gerichtsalltag nehmen zu lassen“, erzählte Koopmann.

Zwei Wochen lang konnte Morsbach das Innenleben des Gerichts studieren. „Ich durfte dabei mit allen reden, mit Richtern, Sekretärinnen, bis hin zum Präsidenten. So konnte ich einen guten Eindruck vom Organismus des Betriebes erhalten“, sagte die Autorin. „Ich hatte zuvor kein Bild von der Justiz. Ich bin da ganz unbefangen hineingegangen und fand es sehr interessant.“

Nach weiteren Recherchen am Gericht in München entstand so über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg des Buch „Justizpalast“, das unlängst mit dem Wilhelm-Raabe-Preis prämiert wurde. Erzählt werden in dem Roman Geschichten aus dem straf- und dem zivilrechtlichen Bereich um eine Richterin am Münchner Justizpalast. Oft geht es dabei um die Umsetzung von Idealvorstellungen im juristischen Berufsalltag und Fragen nach Recht und Gerechtigkeit.

Der am Donnerstag gelesene Ausschnitt wurde von Manfred Koopmann ausgewählt. „Mir lag daran, eine Passage lesen zu lassen, in der genau die manchmal als trocken empfundene juristische Materie und die im Gericht agierenden Menschen gegenüber gestellt werden“, meinte Koopmann.

In der angeregten Diskussion, die auf die Lesung folgte, wurde unter anderem die Frage besprochen, wie die Juristen im Buch „Justizpalast“ dargestellt werden. Diese würden keinesfalls entthront, entgegnete Petra Morsbach. Vielmehr würdigte sie den schweren und anspruchsvollen Berufsstand, betonte jedoch auch, dass jedes Ideal einen Schwund in der menschlichen Anwendung nehme.



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