Do., 07.12.2017

Landgericht: Schwerer räuberischer Diebstahl „Angeklagter ist unberechenbar“

 

  Foto: colourbox.de

Münster - 

Ein Mann aus Münster ist angeklagt, weil er in einem Geschäft geklaut und dann einem Kunden, der ihn zur Rede stellte, ein Teppichmesser drohend entgegengehalten haben soll. Aber der Angeklagte ist psychisch krank und nach Einschätzung eines Arztes zurzeit nicht verhandlungsfähig.

Von Klaus Möllers

Fünf Wachtmeister standen im Gerichtssaal bereit, um notfalls einzugreifen. Der Angeklagte befand sich in Hand- und Fußfesseln in einer Arrest­zelle im Keller des Landgerichts. Es war nicht auszuschließen, dass der 44-Jährige aus Münster während der Verhandlung gewalttätig wird.

Zu einem Einsatz der ­Sicherheitsleute kam es am Donnerstag aber nicht mehr. Die Strafkammer brach die Verhandlung ab, kaum dass sie begonnen hatte. Der Angeklagte wurde von einem Psychiater als verhandlungsunfähig eingeschätzt. Wahrscheinlich leide er akut unter einer paranoiden Schizophrenie.

„Unberechenbar und gefährlich“ nannte der Vor­sitzende Richter den aktuellen Zustand des Mannes.

Am Landgericht angeklagt ist der von Opiaten, Heroin und Kokain abhängige Münsteraner wegen schweren räu berischen Diebstahls. Er wollte demnach im Juli in einem Geschäft einen Kurzhaarschneider stehlen und drohte dabei einem Zeugen mit einem Teppichmesser. Vorgeworfen werden dem Wohnungslosen, der laut seiner Anwältin zeitweilig „im Wald“ gelebt habe, drei weitere Diebstähle und die Beleidigung von Polizisten.

Im Februar war der Angeklagte in einer Klinik behandelt worden. Er habe „imperative Stimmen gehört“, hieß es in Protokollen des Gerichts, die ihn „zum Suizid und zu einem Amoklauf“ aufgefordert hätten. Der Mann verweigert derzeit eine Behandlung. Der Prozess wurde vorerst ausgesetzt.



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