Sa., 13.01.2018

Skateboarding bei ADHS Auf dem Board zur Ruhe kommen

Skateboard-Pionier Titus Dittmann (l.) will nachweisen, dass Skateboarding jungen Leuten mit ADHS-Symptomen helfen kann.

Skateboard-Pionier Titus Dittmann (l.) will nachweisen, dass Skateboarding jungen Leuten mit ADHS-Symptomen helfen kann. Foto: dpa

Münster - 

Kinder und Jugendliche mit Hyperaktivität werden häufig mit Ritalin behandelt. Vielleicht ist Skateboarding die bessere Alternative. Das wollen „skate aid“ und Sportwissenschaftler der Uni Münster gemeinsam herausfinden.

Bei Kindern mit Diagnose „Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung“ (ADHS) ist die medikamentöse Behandlung mit Ritalin gängige Praxis. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Westfälischen Wilhelms-Universität will Titus Dittmann nachweisen, dass Skateboarding eine Alternative sein kann. Wird bei einem jungen Menschen die Diagnose ADHS gestellt, laufe alles im Regelfall auf eine medikamentöse Therapie mit dem Wirkstoff Methylphenidat, besser bekannt als Ritalin, hinaus. Täglich würden fast 200 .000 Kinder mit Ritalin behandelt, heißt es in einer Pressemitteilung der Titus-Dittmann-Initiative „skate-aid“.

Für Kinder wie Eltern seien auf ADHS deutende Symptome oft belastend, heißt es. Konzentrationsschwierigkeiten bei Themen, die sie nicht interessieren, und ungestümer Bewegungsdrang passten nicht in die Normen unseres Bildungssystems und würden als Störung empfunden. Das soziale Umfeld reagiere mit Unverständnis, Hilflosigkeit, oft mit Ablehnung und Ausgrenzung.

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Seit 2012 arbeitet „skate-aid“ an einem alternativen Ansatz und führte nach eigenen Angaben in Kooperation mit der Praxis Dr. Dirksen das Projekt „Skaten statt Ritalin“ im Skaters Palace durch. Kindern und Jugendlichen mit ADHS werde im Rahmen eines durch Fachkräfte begleiteten Workshops ermöglicht, sich durch die selbstbestimmte und bewegungsorientierte Jugendkultur Skateboarding helfen zu lassen. Die Erfahrungserfolge seien vielversprechend.

Für Titus Dittmann war das Anlass genug, den Schulterschluss mit der Uni Münster zu suchen, um die Beobachtungen wissenschaftlich untersuchen und bestenfalls bestätigen zu lassen. Zusammen mit Prof. Dr. Heiko Wagner vom Institut für Sportwissenschaften und Prof. Dr. Patricia Ohrmann vom Universitätsklinikum wurde nun eine Pilotstudie erarbeitet. Ziel sei der Nachweis, dass die Kinder durch das Skateboardfahren messbare Erfolge in der Selbststeuerung erzielen.

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„skate-aid“ will dazu ab Februar 30 kostenlose Plätze für hyperaktive Kinder und Jugendliche von acht bis 14 Jahren mit ADHS-Diagnose in den „Skaten statt Ritalin“-Kursen anbieten, die entweder montags von 15.15 bis 16.45 Uhr oder mittwochs von 16.15 bis 17.45 Uhr im Skaters Palace am Dahlweg 126 stattfinden. Kinder und Eltern auf der Suche nach Alternativen werden dazu eingeladen. Die Kurse sind kostenfrei, laufen über ein halbes Jahr und werden durch das Uni-Team wissenschaftlich begleitet (Anmeldung per E-Mail: ­info@skate-aid.org).



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