Di., 23.01.2018

Gefängnisneubau in Münster Neuer JVA-Standort steht fest

Gefängnisneubau in Münster: Neuer JVA-Standort steht fest

Markus Vieth, Niederlassungsleiter vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW), gibt auf einer Pressekonferenz am Dienstagmittag in Münster den neuen Standort für den Neubau der Justizvollzugsanstalt in Münster bekannt. Foto: dpa

Münster - 

Jetzt ist es offiziell: Die neue Justizvollzugsanstalt Münster wird im Südosten der Stadt gebaut, ungefähr drei Kilometer nordöstlich von Wolbeck: Das gab die münsterische Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) NRW am Dienstag bekannt.

Von Lukas Speckmann

Das Areal befindet sich auf einer landwirtschaftlichen Fläche nordöstlich der Kreuzung von Telgter Straße und Freckenhorster Straße unweit des Flugplatzes Telgte-Berdel. Wer mit dem Auto fährt: Freckenhorster Straße stadtauswärts, dann nach links in die Telgter Straße abbiegen. Nach ungefähr 500 Metern befindet sich das Gebiet auf der rechten, östlichen Straßenseite. Genau dahinter, in nördlicher Richtung, befindet sich ein kleiner Wald, der den Neubau abschirmen soll. Das Grundstück liegt unmittelbar an der Stadtgrenze zu Telgte.

Kaum zu glauben, dass die JVA-Debatte beendet sein soll. Was also kann dem neuen Gefängnis-Standort noch in die Quere kommen? Ein Kommentar

JVA eröffnet in fünf bis sechs Jahren

Im Gebiet nördlich von Wolbeck hatte der BLB schon länger Flächen im Auge – 2013 war jedoch zunächst Handorf als idealer Standort ausgemacht worden. Um bis Ende des Jahres Planungssicherheit zu haben, wird jetzt die Bauvoranfrage gestellt, erklärte Markus Vieth, der Leiter der BLB-Niederlassung. Bis zur Eröffnung der JVA werde es noch fünf bis sechs Jahre dauern.

Anlieger sollen so schnell wie möglich informiert werden

Ratsfraktionen, Bezirksvertreter, einige Personen des öffentlichen Lebens sowie die Bürgermeister von Telgte und Everswinkel wurden am Dienstagvormittag vom BLB informiert. Die Anlieger sollen so rasch wie möglich kontaktiert werden, betont Markus Vieth; es seien Informationsgespräche und eine Bürgerversammlung geplant. Bereits am heutigen Dienstag wurden die Pläne nach Angaben des BLB in der öffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Südost vorgestellt.

Lehre aus dem Handorf-Desaster

Bereits im vergangenen September hatte der BLB bekanntgegeben, dass ein Standort gefunden worden sei. Über die Lage des wenig später vom BLB erworbenen Grundstücks wurde damals Stillschweigen vereinbart, bis alle Rechtsfragen abschließend geklärt seien. Eine Lehre aus dem Handorf-Desaster: Damals waren Stadt und Land davon ausgegangen, über eine im Bundesbesitz befindliche Fläche verfügen zu können - ein Irrtum, den aufzuklären sich die Bundeswehr nicht sehr beeilte.

Neue JVA mit 640 Haftplätzen

Für den Neubau des Gefängnisses wurde ein rund 15 Hektar großes Grundstück gesucht, das höchstens 10,5 Kilometer vom Land- und Amtsgericht Münster entfernt liegt. Diese Distanz wurde knapp eingehalten. Die neue JVA Münster soll über insgesamt 640 Haftplätze im geschlossenen Vollzug verfügen. Markus Vieth spricht vom "bestgeeigneten Grundstück für den Bau der neuen JVA". In Wolbeck selbst regte sich bereits Unmut von Anliegern und Kommunalpolitikern, die sich in die Entscheidung nicht ausreichend eingebunden fühlten.

2016 musste die alte JVA geräumt werden

Schon im September 2012 war bekannt geworden, dass der alte denkmalgeschützte JVA-Bau an der Gartenstraße nicht dauerhaft erhalten werden könne. Er gilt als zweitältestes Gefängnis Deutschlands. Im Sommer 2016 verschärfte sich die Situation dramatisch, weil das Gefängnis wegen vermuteter Baufälligkeit binnen weniger Stunden geräumt werden musste.

 

Infos: Chronologie: JVA Münster: Von der Räumung bis zum neuen Standort

 

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