Fr., 09.02.2018

Viele gefährliche Situationen Rücksichtlose Radler an Bushaltestellen

An der Haltestelle „Krummer Timpen“ kommt es häufig zu gefährlichen Situationen. Stadteinwärts geht der Fahrradweg bergab, weshalb viele Radler schnell unterwegs sind.

An der Haltestelle „Krummer Timpen“ kommt es häufig zu gefährlichen Situationen. Stadteinwärts geht der Fahrradweg bergab, weshalb viele Radler schnell unterwegs sind. Foto: anf

Münster - 

Mit Schwung kommt der Radler die Straße „Krummer Timpen“ stadteinwärts hinab. Ein Bus hält – und nur eine Notbremse kann den Zusammenstoß mit dem Fahrgast vermeiden. Das ist in Münster kein Einzelfall.

Von Anna Spliethoff

Schnell möchte der Radfahrer noch am Bus vorbei, bevor sich die Türen öffnen. Doch schon macht ein Fahrgast einen Schritt auf den Radweg. An vielen Bushaltestellen in Münster kommt es dann zu gefährlichen Situationen. Denn: Fahrgäste, die einen Bus verlassen, müssen oft einen Radweg überqueren, um auf den Gehweg zu gelangen.

Hohes Unfallrisiko

Klaus Figge beobachtet das immer häufiger. „Das ist wirklich ein Problem“, sagt das Mitglied der städtischen Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Vor allem für Senioren, Rollstuhlfahrer oder auch Blinde sei es eine große Gefahr. An vielen Bushaltestellen sei deshalb das Unfallrisiko deutlich höher. Auch Beinahe-Zusammenstöße beobachtet Figge oft: „Viele Radfahrer sind anscheinend nicht bereit Rücksicht zu nehmen.“

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Was die Straßenverkehrsordnung sagt

Doch das müssen sie, wie Sigrid Howest vom städtischen Presseamt klarstellt. Laut Straßenverkehrsordnung dürfe an einem Bus nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden, wenn Fahrgäste ein- oder aussteigen. Eine Gefährdung müsse immer ausgeschlossen sein. „Notfalls muss der Radfahrer anhalten“, so Howest.

ADFC fordert Fahrradstreifen auf der Straße

Die Mitglieder des ADFC bekräftigen die Regelung des Straßenverkehrsamtes. Das eigentliche Probleme liege aber im „baulichen Zustand“, wie Peter Wolter, Sprecher des Kreisverbandes Münsterland, sagt. Ganzheitlich sei das Problem nur zu lösen, wenn Gehweg und Einstieg nicht mehr durch den Radweg getrennt werden. „Das geht nur mit Fahrradstreifen auf der Straße“, so Wolter.

Als Beispiel für eine gute Umsetzung nannte Wolter zum Beispiel die Einsteinstraße, problematisch sei es am Krummer Timpen stadteinwärts. Die Haltung des ADFC ist eindeutig: „Das Fahrrad gehört auf die Straße, weil es ein vollwertiges Verkehrsmitglied ist.“

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Wie sind Ihre Erfahrungen, ganz gleich ob als Radfahrer oder Fahrgast eines Busses? Und wie könnte das Problem gelöst werden? Diskutieren Sie mit auf unserer Facebook-Seite:   | facebook.com/wnonline/



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