Mo., 12.02.2018

„Familienfreundliche Zone“ Karneval ohne Qualm und Alkohol

Hunderte Kinder mit ihren Eltern verfolgten den Zug in der „familienfreundlichen Zone“ an der Engelenschanze.

Hunderte Kinder mit ihren Eltern verfolgten den Zug in der „familienfreundlichen Zone“ an der Engelenschanze. Foto: kal

Münster - 

Die erstmalig eingerichtete familienfreundliche Zone an der Engelenschanze kam gut an. Kinder und Eltern konnten hier feiern, ohne dass in der Nähe Alkohol oder Zigaretten konsumiert wurden.

Von Martin Kalitschke

Kein Alkohol, kein Nikotin, nicht einmal E-Zigaretten: Erstmalig gibt es beim Rosenmontagszug eine familienfreundliche Zone – und zwar auf einer Länge von etwa 100 Metern an der Engelenschanze. Die Resonanz auf das Angebot ist riesig, Hunderte Kinder stehen mit ihren Eltern an der Straße, ohne dass es für die Kleinen zu eng wird.

Idee kommt an

Nicole Kunis aus Ostbevern steuert mit ihren Kindern Cecilia, Henry und Lina direkt die familienfreundliche Zone an. „Wir sind zum ersten Mal beim Rosenmontagsumzug in Münster, ich finde die Idee super. Nächstes Jahr werden wir hier wieder stehen.“

Fotostrecke: Der Rosenmontagszug in Münster rollt durch die Innenstadt

„In der Kita war ein Aushang“, erzählt Jennifer Leßmann aus Gremmendorf. Auch sie findet die Einrichtung eines Bereiches extra für Kinder gut, im Schlepptau hat sie Tochter Marla. „Steht man woanders, kann es durchaus mal heikel werden“, hat sie die Erfahrung gemacht. Ihr Mann Stefan wünscht sich, „dass es einen solchen Bereich im kommenden Jahr auch noch an anderen Stellen gibt“.

Toiletten in der Nähe 

Thorsten Manß hat seine Tochter Pauline (4) zum Rosenmontagszug mitgenommen. „Hier ist es deutlich ruhiger, die Toiletten sind direkt in der Nähe – gut, dass sich die Stadt so etwas ausgedacht hat“, sagt er.

Obwohl – ausgedacht hat sich das genaugenommen die Stadt Mülheim an der Ruhr. „Dort gab es einen solchen Bereich zum ersten Mal im vergangenen Jahr“, berichtet Brigitte Klute von der städtischen Drogenhilfe, die die Kampagne „Voll ist out“ betreut. Münster wurde aufmerksam und entschied sich, ebenfalls eine Zone einzurichten, in der Kinder sorglos feiern können. Auch sie bewertet die Premiere als Erfolg: „Genau so haben wir uns das gewünscht.“ Und so steht schon jetzt fest: 2019 wird es das Angebot erneut geben.

 

Fotostrecke: Der Rosenmontagszug - Blick vom Rathaus-Balkon

 

Der Rosenmontagszug in Münster: Der Liveticker zum Nachlesen

Kommentar zum Thema

Gelungene Premiere: Mit der Einrichtung einer familienfreundlichen Zone an der Engelenschanze haben das Jugendamt und der BMK einen Volltreffer gelandet. Viele Eltern steuerten den Bereich ganz gezielt an, damit sie – aber auch ihre Kinder – den Rosenmontagszug in vollen Zügen genießen können. Statt aufzupassen, dass die Kleinen nicht von glimmenden Zigaretten oder Flaschen getroffen werden, konnten sich Groß und Klein voll und ganz auf das konzen­trieren, was beim Rosenmontagszug im Mittelpunkt steht: Frohsinn – und Kamelle sammeln. Und alle spielten mit: Wagen und auch Fußtruppen nahmen in der familienfreundlichen Zone noch mehr Rücksicht, steckten den kleinen Narren sogar die Süßigkeiten direkt in die Tüten. 100 Meter lang war der Bereich. Der Andrang war groß, die Zone hätte auch noch deutlich größer sein können. Stadt und BMK sollten daher überlegen, ob sie ihr gelungenes Experiment im nächsten Jahr ausweiten. (Martin Kalitschke)

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