Mo., 12.02.2018

Rosenmontagszug in Münster Tolles Projekt: Der Wagen der „Happy Family 2018“

Über die gesamte Zugstrecke herrschte bei der „Happy Family“ gute Laune. Die Belohnung folgte auf dem Fuß: Den Wagen, der mit einer bunten Vielfalt an Kulturen das Thema des Friedens aufgriff, wählte die Jury auf Platz zwei.

Über die gesamte Zugstrecke herrschte bei der „Happy Family“ gute Laune. Die Belohnung folgte auf dem Fuß: Den Wagen, der mit einer bunten Vielfalt an Kulturen das Thema des Friedens aufgriff, wählte die Jury auf Platz zwei. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Erst eine fixe Idee, dann ganz viele Aufgaben – und schließlich ein überwältigender Spaß. Der Rosenmontagszug war für eine Familie aus Münster in diesem Jahr ein ganz besonderes Ereignis.

Von Björn Meyer

Angefangen hatte alles mit einer fixen Idee: Auf einem Karnevalswagen des Rosenmontagszugs im Kreise der Familie die Stimmung auf dem Prinzipalmarkt erleben – so lautete der Wunsch von Anne Heiden. Blöd nur, wenn die Familie nicht zusammen in einer Karnevalsgesellschaft ist, geschweige denn über einen Wagen verfügt und es sowieso nur noch drei Monate bis zum Rosenmontagszug sind. Normalerweise würde die Geschichte hier enden – nur ist die Familie von Anne Heiden – wohlgemerkt im besten Sinne – keine ganz normale Familie.

Drei Monate später schaut die Münsteranerin gen Rathaus, als auf dem Prinzipalmarkt die Ansage ertönt, dass jetzt der Wagen der „KG Happy Family 2018.de“ komme. „Wagen Nummer elf, mehr Karneval geht nicht“, fügt die Stimme aus den Boxen hinzu. Und tatsächlich, Anne Heiden, ihre beiden Brüder Hans und Klaus Schulze-Erdel, die Ehepartner sowie zwei weitere Generationen der Familie haben es geschafft: Seite an Seite schauen sie vom Wagen, während die Menge ihnen mit viel Helau zujubelt.

Ob sie sich das so vorgestellt habe, wird Anne Heiden gefragt. „Ich weiß gar nicht, ob man sich so was vorstellen kann“, sagt sie mit einem breiten Lächeln und sichtlich bewegt. Schon Minuten vorher gibt es kein Halten mehr auf dem Wagen. Mit vollen Händen wirft das Bordpersonal die Kamelle, Gummibärchen, Erdnüsse und Lakritzschnecken auf die Jecken. Immer und immer wieder.

Trotzdem wird die Gruppe am Ende nicht mehr alle ihre Leckereien los. „Wir haben uns vor dem Bestellen tief in die Augen geschaut und gesagt, dass wir es – wenn – auch richtig machen“, gesteht Klaus Schulze-Erdel, dass man sich den Spaß etwas hatte kosten lassen. Doch das spielt jetzt, beim Höhepunkt des karnevalistischen Treibens nun wirklich keine Rolle: „Nicht dass du das noch als Abnehmmethode entdeckst“, foppt Schulze-Erdel, als Chinese verkleidet, lieber seinen Bruder Hans, mit 77 der Älteste der Gruppe und an diesem Tag als Ägypter ausstaffiert.

Fotostrecke: Der Rosenmontagszug in Münster rollt durch die Innenstadt

Die Unterschiede haben System, immerhin fährt der Wagen unter dem Motto des Friedens. Die Kostüme aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen sollen dies neben der sich drehenden Weltkugel und der Friedenstaube symbolisieren. „Passt ja auch ganz gut zum Katholikentag“, macht Klaus Schulze-Erdel einen zusätzlichen Bonus aus, während Florian Voß, mit fünf Jahren der Jüngste, wieder Kamelle in die Menge feuert.

Weitere Fotostrecken zum Rosenmontagszug in Münster

Der Rosenmontagszug - Blick vom Rathaus-Balkon

Rosenmontag in Münster: Die ersten Jecken kommen

Rosenmontag in Münster: Fotos vom Rande des Geschehens

Was bleibt, sind am Ende zahlreiche Brötchen, Frikadellen und Kannen voller Kaffee. Doch auch wenn für die Schulze-Erdels, Heidens und Bockhorsts keine Zeit zum Essen und Trinken blieb, in einem sind sich, als der Wagen wieder auf dem Schlossplatz zum Stehen kommt, alle einig. Im nächsten Jahr will man wieder dabei sein. Warum? „Wir haben nur in lachende Gesichter geschaut“, sagt Klaus Schulze-Erdel, und sein Bruder Hans ergänzt: „Besser geht´s nicht.“

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