Di., 13.02.2018

Stadtheimatbund zeigt Max Thannhäuser Als Künstler in der Natur unterwegs

Zeichnungen von ihrem Vater Max präsentiert Rosemarie Thannhäuser in der Torhaus-Galerie des Stadtheimatbundes.

Zeichnungen von ihrem Vater Max präsentiert Rosemarie Thannhäuser in der Torhaus-Galerie des Stadtheimatbundes. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Im Grunde traten diese Männer nach dem Krieg eine Flucht an. Eine Zuflucht zu einer Normalität jenseits des Wahnsinns von Krieg und Barbarei, zu Orten, die einigermaßen vom Menschen verschont blieben – die unberührte Natur. Dafür gaben Männer ihren angestammten Beruf auf, Männer wie der Jurist und Landschaftsmaler Dr. Max Thannhäuser (1904-1982). Ihm widmet der Stadtheimatbund eine Retrospektive.

Von Gerhard H. Kock

Im Grunde traten diese Männer nach dem Krieg eine Art Flucht an. Eine Zuflucht zu einer Normalität jenseits des Wahnsinns von Krieg und Barbarei, zu Orten, die einigermaßen vom Menschen verschont blieben – die unberührte Natur. Dafür gaben Männer ihren angestammten Beruf auf, Männer wie der Jurist und Landschaftsmaler Dr. Max Thannhäuser (1904-1982). Ihm widmet der Stadtheimatbund eine Retrospektive.

Fotostrecke: Max Thannhäuser in der Torhaus-Galerie

Die Ausstellung zeigt Zeichnungen der westfälischen Landschaft, neben vielen Ems-Motiven Bilder von Gehöften, Straßenansichten und Dörfern wie Wolbeck, die damals noch Dorfcharakter hatten. Eine topographische Dokumentation war allerdings nicht die Intention des studierten Juristen. Es ist typisch für eine Reihe von Künstlern, dass sie nach dem Krieg ihrer ursprünglichen Neigung nachgingen und zudem den Weg in die heimatliche Landschaft suchten.

Thannhäuser wurde als Sohn eines preußischen Beamten in Bochum geboren, machte durch die Unruhen im Ruhrgebiet gezwungen sein Abitur in Berlin, studierte in Köln, Münster sowie Erlangen, wurde zum Juristen promoviert und arbeitete als Verwaltungsjurist. Seit seiner Schulzeit hatte er eine Neigung zu Kunst und Architektur, was auch gefördert wurde. Doch auf Verlangen der Eltern durfte er sich nicht dieser „brotlosen Kunst“ widmen, sondern musste Jura studieren. Der Sinn für die Kunst brannte weiter.

Nach dem Krieg widmete sich Thannhäuser seiner künstlerischen Ader, sein bevorzugtes Motiv: die Landschaft. „Von der Ems war er besessen“, erzählt Rosemarie Thannhäuser; als Tochter der Künstlers verwaltet sie den Nachlass. Mit seinem Köfferchen, das ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist, zog er in die Natur, stellte sich mit Knicker­bocker-Hosen vor die Staffelei und legte bienenfleißig los.

Der münsterischen Regisseur und Autor Georg Bühren bewundert in seinem Buch „Max Thannhäuser. Emslandschaften“ an diesem „schöpferischen Konservativen“ die Fähigkeit, „die geheimen Ordnungen in der Landschaft zu entdecken und künstlerisch umzusetzen“ und vermutet: „Vielleicht war er einer der letzten Vertreter jener Maler, die sich als Teil der sie umgebenden Natur verstanden.“

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Die Ausstellung „Mit dem Stift unterwegs im Münsterland“ wird am Sonntag (18. Februar) um 11 Uhr im Torhaus, Neutor 2, eröffnet.

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