Mo., 25.01.2016

Syrischer Flüchtling lässt sich in der Arche taufen „Wir alle freuen uns mit dir“

Pfarrer Rainer Schröder und Guivar Albawad stimmen sich während des Jugendgottesdienstes auf die Taufe ein; rechts (stehend) Erika Stotz-Breidenbach.

Pfarrer Rainer Schröder und Guivar Albawad stimmen sich während des Jugendgottesdienstes auf die Taufe ein; rechts (stehend) Erika Stotz-Breidenbach. Foto: Alfred Riese

Saerbeck - 

In seiner syrischen Heimat, aus der ihn der Krieg vertrieb und auf gefährlichen Wegen nach Saerbeck führte, war Guivar Albawad Familienvater, Architekt und den Religionen gegenüber eher skeptisch eingestellt. Was er aber auf der Flucht und in der Saerbecker Dorfgemeinschaft erfahren und erlebt hat, machte ihn zum gläubigen Christen.

Das Geschenk, das Pfarrer Rainer Schröder ihm nach der heftige beklatschten Zeremonie überreichte – das neue Testament auf Englisch und Arabisch – wird er bald kaum noch in die Hand nehmen; denn Guivar Albawad spricht dank der Kurse von Erika Stotz-Breidenbach nach wenigen Monaten schon so gut Deutsch, dass er die Bibel wohl auch in der Luther-Sprache lesen kann.

In seiner syrischen Heimat, aus der ihn der Krieg vertrieb und auf gefährlichen Wegen nach Saerbeck führte, war Guivar Albawad Familienvater, Architekt und den Religionen gegenüber eher skeptisch eingestellt. Was er aber auf der Flucht und in der Saerbecker Dorfgemeinschaft erfahren und erlebt hat, machte ihn zum gläubigen Christen. „Ich glaube an den gnädigen Gott“, bekannte er am Samstagabend vor seiner Taufe in der Arche, „in großer Not hat er mich begleitet. Ich habe gespürt, dass er mich hält. Viele Religionen werden von den Menschen falsch gelebt. Jesus ist mein Weg.“

In Saerbeck habe er so viel Nächstenliebe erfahren und sei mit offenen Armen aufgenommen worden. So herzlich das Willkommen auch war, so bewegend sein Weg hinein in die christliche Gemeinschaft, so wenig weiß Guivar Albawad dennoch, ob sein größter Wunsch jemals erfüllt wird: „Ich möchte, dass meine Kinder frei aufwachsen können und hoffe, dass meine Frau das hier auch alles erlebt.“ Mittelbar jedenfalls war sie dabei, seine Frau, die er im fernen Syrien per Handy an seiner Taufe teilhaben ließ.

Mitgebracht in die Arche hatte er auch seinen Bruder und einige Freunde. Überrascht, erfreut und sichtlich bewegt zeigte er sich aber über unerwartete Gäste in der Arche: Etliche Sängerinnen und Sänger des gemischten Chors Sinningen, in dem Guivar Albawad seit vergangenem Oktober singt, schenkten ihm und der Arche-Gemeinde das von Peter Schnur arrangierte „Vater unser“ nach einer Komposition von Hanne Haller und Bernd Meinunger.

„Durch die Taufe“, sagte Erika Stotz-Breidenbach, „wirst du in unsere Gemeinschaft aufgenommen. Und das Wasser dabei hat einen tiefen Sinn: Du wirst symbolisch gewaschen, alles Schwere, das hinter dir liegt, wird von dir genommen – deine Fehler, deine Ängste, deine Sorgen. Wasser ist Hoffnung. Wasser lässt wachsen. Wasser kann Durst beenden und deine Seele gesund machen. Wasser verbindet dich mit unserer Gemeinschaft und schenkt dir Leben. Wir alle freuen uns mit dir über deinen Schritt.“



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