Do., 25.02.2016

Krach um den Krach zwischen CDU und Minister Remmel ist noch nicht ganz beigelegt Viel Lärm um (fast) nichts?

Landauf, landab fürchten etliche Schützenbrüder um Einschränkungen oder gar das Ende ihrer Traditionsfeste; in Saerbeck aber ist die Welt auch in dieser Hinsicht offenbar noch völlig in Ordnung, wie eine Nachfrage im Rathaus ergab.

Landauf, landab fürchten etliche Schützenbrüder um Einschränkungen oder gar das Ende ihrer Traditionsfeste; in Saerbeck aber ist die Welt auch in dieser Hinsicht offenbar noch völlig in Ordnung, wie eine Nachfrage im Rathaus ergab. Foto: Wilfried Gerharz

saerbeck - 

Aber – wie sieht es in Saerbeck eigentlich aus? Gibt es Beschwerden über Volksfest-Lärm? „Gab es“, sagt Ordnungsamtsleiter Jürgen Hölscher, „vor Jahren, als der Karneval im Zelt am Bürgerhaus und später auf Hof Richter gefeiert wurde. Mit Hövels Festhalle ist in dieser Hinsicht zwar eine Lösung gefunden worden, aber eigentlich wollte die Politik den Karneval als Straßenfest im Dorf behalten.“ Jetzt aber gebe es, auch zu Schützenfestzeiten, keinerlei Beschwerden über Lärm.

Von Hans Lüttmann

Noch immer schwelt zwischen dem NRW-Umweltministerium unter dem grünen Minister Johannes Remmel und der Landes-CDU ein Streit. Stein des Anstoßes sind Remmels Änderungsvorschläge zu den Lärmschutzvorgaben bei größeren Veranstaltungen.

Der Bund der Historischen Schützenbruderschaften sieht die Feste seiner Vereine in ihrer Existenz bedroht, die Christdemokraten teilen diese Sicht. Landesweit haben die lokalen Fraktionen Pressemitteilungen mit immer demselben Text und den gleichenlautenden Zitaten verschickt. Nur die Namen der Zitierten variieren – egal ob in Dortmund, Sundern, Telgte oder Saerbeck.

Remmel selbst hat bereits auf die von CDU-Politikern sowie der von Vertretern der Schützen geäußerten Kritik reagiert. Er ließ, wie unter anderem in unserer Zeitung berichtet, aus Düsseldorf wissen, man wolle keine Feste verhindern, sondern die Möglichkeiten für diese noch ausweiten.

Na gut, eine Ausnahme gibt es: im Bürgerhaus, wo ein Gerät namens „Limiter“ den Strom abschaltet, wenn es zu laut wird. Aber Schallschutzgutachten, wie die CDU befürchtet, die bis zu 3000 Euro kosten können – drohen die in Saerbeck? „Wenn es eine entsprechende Verordnung gibt, sicher“, sagt Hölscher, „aber im Moment sehe ich das nicht.“

Und Minister Remmel? Der ließ nach übereinstimmenden Medienberichten darauf hinweisen, dass der von den Christdemokraten kritisierte Wert von 65 Dezibel keineswegs neu sei, sondern bereits 2009 vom damaligen Umweltminister Eckhard Uhlenberg eingeführt wurde – einem CDU-Politiker.

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