So., 13.03.2016

Saerbecker „Sportschau“ Flotter Ehrungs-Marathon

48 geehrte Sportler in Einzel und Team plus Trainer und Showmaster, das brauchte die ganze Breite der Bühne.

48 geehrte Sportler in Einzel und Team plus Trainer und Showmaster, das brauchte die ganze Breite der Bühne. Foto: Alfred Riese

Saerbeck - 

Die Sportlerehrung der Gemeinde Saerbeck ist nach 20-jähriger Aufwärmphase in den Show-Sprint übergegangen. Am Freitag präsentierte sich die Veranstaltung, die zuvor eher selten über das Unterhaltungsniveau einer Kommunalsitzung hinauskam, frisch und spritzig als „Sportschau“.

Von Alfred Riese

Gerade drei Minuten brauchte Moderator Oli Materlik, um die 160 Sportler und Gäste in Hövels Festhalle erwartungsfroh und applausbereit einzustimmen. Enttäuscht wurden sie vom flotten Wechsel zwischen Ehrungsblöcken und Showprogramm nicht. Dafür sorgte auch der Co-Moderator für den Lokalkolorit, der Saerbecker Michael Muth.

Die Liste der Geehrten spiegelte die Breite und Leistungsfähigkeit des Sports in Saerbeck wider, die sie bei einigen Athleten auswärts fortsetzt. Friederike Möhlenkamp zum Beispiel, die mittlerweile eher selten in Saerbeck zu sehen ist, wählten die „Sportschau“-Gäste zur „Sportlerin des Jahres 2015“. Die in Köln an der Deutschen Sport-Hochschule studierende Leichtathletin hatte dabei keine Mühe, Sympathiepunkte zu sammeln. Etwa wenn sie lachend die Hand vor die Augen schlug, als der Moderator sie auf den „Wimpernschlag“ ansprach, der vor zwei Wochen zum DM-Titel über 4-mal-100-Meter fehlte. Trotzdem: „Olympia in Rio ist keine Utopie mehr“, entlockte Materlik ihr.

Neben diesem Spitzensport auf Europa- und Weltniveau, für den auch Sebastian Schürmann als EM-Teilnehmer über 4-mal-100-Meter ausgezeichnet wurde, gab es ein dickes Bündel an Ehrungen für herausragende Leistungen auf regionaler Ebene. Das spannte sich von Lena Bücker als Kreismeisterin in der Pony-Dressur („Ohne Mama als Trainerin wird’s nicht gehen“) über Elisabeth Günnigmann als Münsterland-Meisterin im Kugelstoßen in der Altersklasse W55 und Martin Thiemanns Bronzemedaille in den westfälischen Meisterschaften der Vierspänner bis zum Geburtstagskind des Abends, Lena Schäpermeier. Die nun Zwölfjährige hatte mit zwölf ausgezeichneten Leistungen in mehreren Schwimmdisziplinen die längste Liste von Erfolgen.

Schwerer mit den höheren und höchsten Weihen haben es die Saerbecker Mannschaften, die es trotzdem auf drei ausgezeichnete Kreismeistertitel in der Pony-Kür, im weiblichen B-Jugend-Handball und im Luftgewehr-Freihand-Schießen brachten.

Materlik, Comedian aus dem Rheinland und immer wieder im GOP-Varieté in Münster zu sehen, und Muth mit den Mikros verstanden es, in ihren Kurzinterviews, Themen, Disziplinen, Erfolge und Menschliches unterhaltsam und bodenständig zu verknüpfen. Das passte. Genauso wie das selbstverständliche Einschließen von Sportlern mit Handicap (nicht nur der Jung-Golfer Paul Willebrandt, sondern auch die mit Siegen auf Europaebene glänzende G-Judoka Linda Krasniqi). Das betraf auch den Showteil. Den bestritt neben Christoph Broermanns Karate-Kids mit ihrem Selbstverteidigungs-Kurs auf der Bühne und den beeindruckende Tae-Kwon-dokas von Pasa Baylan auch die bemerkenswerte Blech-Drum-Band der Ledder Werkstätten.

Was wohl keiner vermisste, war das halbstündige Grundsatzreferat zum Verhältnis von politischer Gemeinde und Sport, wie Bürgermeister Wilfried Roos selbst scherzte. Er bereitet sich übrigens darauf vor, im nächsten Jahr mit seiner Schach-Mannschaft geehrt zu werden. Dann steht der Bürgermeister als Moderator nicht zur Verfügung. Hoffentlich aber das achtköpfige Organisationsteam aus dem Rathaus, dem Handels- und Gewerbeverein, dem Verkehrsverein und dem SC Falke für die nächste Auflage der „Sportschau“.



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